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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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weitereStufederVervollkommnungnochdieFarbehinzu,dieeigentlicherstdieKrönungdie- serWerbemethodedarstellt.908 Ton- und Farbfilmverfahren stießen in der zeitgenössischenMarketing- und Kon- sum-Fachpresse auf großeundausgesprochenpositiveResonanz.Die neuenTech- niken trieben die Produktionskosten erheblich in die Höhe. Während mit dem TonfilmdieKostenum100bis 300Prozent stiegen, brachteder FarbfilmErhöhun- genumetwa30bis50Prozentmit sich.909 InderFolgesetztensichWerbekurzfilme voneinerLängebiszuvierMinutenzunehmenddurch.910 Um bei der Vertonung Kosten zu sparen, wurden Geräuschemeist nachsyn- chronisiert.911 Mitunter versuchte man noch Mitte der 1930er-Jahre, das teure Lichttonverfahrenzuumgehen,ohneaufTonundMusikzuverzichten.Eigensan- gefertigte „Spezialplatten“ begleiteten stumme Reklamefilme und kosteten nur einenBruchteil der bereits gängigenTonfilmproduktion.912 Zugleichwurdedavor gewarnt, gerade bei Ton und Musik, welche die Wirkung des Werbemittels tat- sächlich ungemein erhöhten, den Sparstift anzusetzen.913 Vielmehr wurde den Auftraggebern geraten, durchaus für Eigenkompositionen Geld in die Hand zu nehmen.Mankönntedamit Tantiemen sparenundobendreinMarkeundProdukt eine spezielle Note verleihen. Dagegen unterstellte das FachblattÖsterreichische Reklame den Werbefilm-Dramaturgen „geistige Armut“, wenn „Schöpfungen Meister Schuberts für Waschmittel, Schuhcreme und dergleichen missbraucht“ werden.EigenskreierteMusikstückeundSzenerien fürunterschiedlicheProdukte würden sich bewähren. Auch bei denDarstellern hätteman auf Qualität zu ach- ten. Billige Filmstatisten brächten eben nicht dieselbe stimmliche Leistung wie gute und ausdrucksstarke Schauspieler.914 Einen erheblichen Vorteil hatte das Tonfilmverfahren jedenfalls mit sich gebracht: Das so oft beanstandete zu schnelle AbspielendesWerbeblockswar nichtmehrmöglich. Dadurchhätte sich der Ton derart verzerrt, dass die Kinobesucherinnen und -besucher sich allzu rasch irritiertundverärgertgezeigthätten.915 Ab 1929 gewann der tönendeWerbefilm imdeutschsprachigen RaumanBedeu- tung,wurdesukzessivqualitativhochwertigerundsetzte sichschließlich immermehr 908 Reklame-Presse,„FilmwerbungundWerbefilm“,Nr. 2,September1936,S. 2. 909 Zu den veranschlagten Kosten (100 bis 300 Prozent Preissteigerung) für den tönenden Film siehe das Kapitel „Einzelkämpfer für ein neuesWerbemittel“. Zu den Farbfilmpreisen siehe: Fors- ter,UfaundNordmark,S.33und177. 910 AbBeginnder 1930er-Jahre dominierenWerbefilmproduktionmit einer Länge von 30 Sekun- denbiszuvierMinuten.Vgl. dazuauchdieFilmografienderKurzfilmhersteller imAnhang. 911 Contact,„WieentstehteinWerbefilm?“,Nr. 7/8, Juli/August 1935,S.30. 912 Verkaufspraxis,„Filmwerbung imEinzelhandel“,Nr. 10, Juli 1935,S. 599. 913 Verkaufspraxis,„WaszurKinoreklamegesagtwerdenmuß!“,Nr.7,April 1930,S.406. 914 Österr.Reklame,„DerReklametonfilm“,Nr.5,Mai 1930,S. 12 f. 915 Ebd.,S. 12. 212 9 Der„ideale“Werbefilm
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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