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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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in humorvollerWeise für dieNutzungdiesesVerkehrsmittelswarben.973 „DerWie- ner“wurde in der „Pickerl-Reihe“nicht unbedingt charmant gezeichnet, vielmehr zeigte Eng einen Prototypen, der Neuerungen gegenüber grundsätzlich vorsichtig, ja geradezu skeptisch eingestellt ist und sichmitunter durch völlige Ignoranz aus- zeichnet. In Einzelkarikaturennäherte sichEngdemsatirisch gezeichnetenTypus: EindicklicherHerrmitschütteremHaarundZwirbelbart trägtRock,karierteHosen, Hemdsärmel, Stock und Zylinder. Das erste Bild der Aufkleber-Serie titeltmit: „Ist derWienerblind?Erbenützt fürdieDurchquerungderStadtnoch immernichtden Autobus.“Die visuelleUmsetzungderGrafik verstärktmitWitz denTextteil. Links imHintergrund ist ein städtischer Bus zu sehen, dessenRückfront eineOptikerre- klameziert.Rechts imVordergrundschreitetderWienermiteinerAugenbindequer durchdasBild. Bild zwei zeigt den aufgrundderDurchquerungder Stadt schwitz- endenMann, im fernerenHintergrund ist ein Bus vor demStephansdom skizziert. An derHutkrempe haben zwei Vögel Platz genommen, diemit „So fahr halt!“ zur BenutzungdesBussesaufrufen.Der textlicheKommentarähnelt inderAusrichtung Bildeins:„WiebenütztderWienerdenAutobus?Er renntdanebenher!“ Imdritten Bild hat es nun eine Entwicklung gegeben. Der Skeptiker steht grübelnd vor der Haltestelle „Stephansplatz“ und fragt sich: „Soll ich? Soll ich nicht? Durch die Stadt mit demAutobus?“ Bild vier bringt dieWende. DerWiener blickt aus dem Bus, lächelt beseelt. Auf demunteren Teil desVerkehrsmittels ist die Botschaft zu lesen:„Esgeht jaganzgut!DurchdieStadtmitdemAutobus“. Bild fünfundsechs dienenzurergänzendenInformation.DerprototypischeWiener istmittlerweilezum Mittler undWerber geworden. Vor einer Tafel erklärt er einemanderenMann,wo der Bus fährt undwie günstig die Fahrt ist. Neue Sohlen– so schließt er– kämen da teurer. Schritt für Schritt, gepaart mit Humor, wird eine Verhaltensänderung herbeigeführt. In gleicher Art ist ein parallel dazu produzierter Werbefilm aufgebaut. JA, WARUMFAHRNSDENNNET? (A 1924/25)wurde ebenfalls vonPeter Engkünstlerisch umgesetzt.AusgangspunktdieserAufkleber- undFilmkampagnewaroffensicht- lichdieEinrichtungeines innerstädtischenBusbetriebs.974 ImOktober 1923ging die Strecke Schottentor–Stephansplatz–Schwedenplatz in Betrieb, im Oktober 1924 folgten die Etappen Schottentor–Stephansplatz–Wollzeile (Linie „I“),975 973 DieAufkleber-Seriewurde in derÖsterreichischenReklame zurDemonstration eines erfolgrei- chenWerbekonzepts vonPeter Eng abgedruckt. Siehe:Österreichische Reklame, „Dar Peter Eng!“, Nr. 11/12,Mai/Juni 1928,S.8. 974 Marincig,Harald:DieWiener Linien. 140 Jahre öffentlicher Personennahverkehr inWien.Die Geschichte der städtischen Verkehrsmittel Straßenbahn, Stadtbahn, U-Bahn und Autobus, Wien 2005,S. 178. 975 Marincigweist die Strecke der Linie „I“ folgendermaßenaus: „Schottentor– Stephansplatz– Weiskirchnerstraße“. Siehe:Marincig,WienerLinien,S. 178.DerFilmhingegennenntundzeigtdie Station „Wollzeile“ anstatt der Station „Weiskirchnerstraße“. Dies erklärt sichwie folgt: Ein Teil- stück (vomRingbis zumWienfluss), das einst zurWollzeile gezählthatte,wurde 1926umbenannt. 9.3 Animationskunst 223
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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