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10 Leerstellen
10.1 Sammelkriterien,Quellenüberlieferung
WelchehistorischenQuellendenForschernzurVerfügungstehen,hängtvonvielen
Faktorenab.DieSammelstrategievonArchivenundöffentlichenwieprivaten Insti-
tutionensinddabei entscheidend.DaderwerbendeWirtschaftsfilmnur zeitlichbe-
grenzt zum Einsatz kam, eine kurzweilige Werbebotschaft vermitteln sollte und
lediglich in der unmittelbaren Entstehungszeit seinen Zweck zu erfüllen hatte,
sahenKinounternehmer, aber oftmals auchAuftraggeber undProduzenten keinen
Anlass, nichtmehr aktuelleWerbemittel zu sammeln und aufzubewahren. Die er-
haltenenFilmbestände stellendahernur einenBruchteil der tatsächlichproduzier-
tenReklamestreifendar.
Vereinzelt gibt es aber– auch inÖsterreich– traditionsreicheUnternehmen,
diebisheuteaktiv sind,auf ihrWerdenund ihreGeschichteWert legenundQuel-
len gesammelt und bewahrt haben. Im Bereich der Werbefilmproduktion wäre
das Unternehmen „Adi Mayer Film“, seitens der absatzorientierten, Reklame
treibenden Firmen ist „Palmers“ zu nennen. Die Auflösung von Betrieben oder
aber derenWeiterverkauf haben oftmals den Verlust von erhaltenenMaterialien
zurFolge–vieleswirdentsorgt,manchmal„retten“MitarbeiterBeständeundver-
wahrendiese.1000
Medienarchive verfügen durchaus über fragmentarische Werbefilmbestände.
Bei der Übernahme von Nachlässen (Regisseure, Produzenten, Animationsfilmer,
Darsteller etc.) und/oder bei der Auflösung von Betrieben (Filmfirmen, Kinos) fin-
densich immerwiederReklamestreifen imKonvolut.EinigeWerbefilmproduzenten
überlassen audiovisuellen Archiven ihre Filmquellen zur Verwahrung, der Zugriff
verbleibt aberbeidenRechteinhabern.Durchdas stärkere InteresseamGenreWer-
befilm bzw. Industrie(werbe)film in den letzten Jahren suchen und übernehmen
MedienarchiveauchbewusstBeständedieserArt. 1001
Der Verlust anWerbefilmmaterialien ist aber nicht nur durch das einst (und
bisweilenauchheutevorhandene)mangelnde Interesse andiesenQuellenundder
daraus folgenden Entsorgung des Materials zu erklären. Reklamestreifen – vor
allem jene von der Frühzeit des Genres bis in die 1950er-Jahre – wurden auch
1000 Diese ErfahrungenberuhenaufUnternehmungenderAutorin in denvergangenenacht Jah-
ren.Siehatandie60österreichischeUnternehmenkontaktiert.
1001 DieVerfasserindieserArbeithatals langjährigeMitarbeiterindesFilmarchivAustriaüberviele
JahregezieltnachWerbefilmbeständengesuchtundkonntediverseKonvoluteausfindigmachen,die
nun Teil der Sammlung der genannten Institution sind. Auch Radiowerbungen wurden auf diese
WeiseermitteltundinweitererFolgeüberVermittlungseitensderMediathekübernommen.
OpenAccess.©2019KarinMoser,publiziert vonDeGruyter. DiesesWerk ist lizenziertunterder
CreativeCommonsAttribution4.0Lizenz.
https://doi.org/10.1515/9783110622300-010
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Der österreichische Werbefilm
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Titel
- Der österreichische Werbefilm
- Untertitel
- Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
- Autor
- Karin Moser
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-062230-0
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 316
- Schlagwörter
- Culture of memory, media history, advertising
- Kategorie
- Kunst und Kultur