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Der österreichische Werbefilm - Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
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ein Lokalkolorit erschaffen, das emotionale Bezüge zu den beworbenenWaren undDienstleistungen herstellte und den potenziellen Käuferinnen und Kunden vertrauteLebensweltendarbot. Der bereits während des ErstenWeltkriegs für Propagandazwecke vielfach zum Einsatz gekommene Trickfilm erlebte in den 1920er-Jahren einen Aufschwung. Vor allem per Legetricktechnik und ab den 1930er-Jahren auch per „Disney-Kopismus“ wurden komplexe Vorgänge nicht nur vereinfacht und ansprechend dargeboten (z. B. DERRADIO-AUTOMAT), auchmärchenhaft anmutendeWeltenwurden erschaffen, welchediewundersameWirkungsweiseder feilgebotenenProduktemiteinemspeziel- lenZauberversahen(DIEWUNDERNACHT).DieAnimationdienteaberauchderhumoris- tischen Zuspitzung. Übertreibungen und Überzeichnungen, die bei der Darstellung realer Personen auf Ablehnung stießen, wurden im Trickfilm akzeptiert. Der scharfe Sarkasmus eines Peter Eng, der den „typischen Wiener“ abseits jedes leutseligen Klischees skizzierteundeinenpessimistischen,NeuerungenundFremdemgegenüber ablehnendenMisanthropenpräsentierte,wäre imRealwerbefilmdieserZeit tendenziell aufWiderstandgestoßen (JA,WARUMFAHRNSDENNNET?).Auch finden sich indenAni- mationsfilmen sexuell-erotische Anspielungen, die nur in der kindlich verspielten Manier, die demTrickfilm anmutet,möglichwaren (z.B. EIN ORIENTALISCHESWUNDER; DERSTIEFELPUTZERALSLIEBESAMOR). EinigeFragenmüssenaufgrundderQuellenlageoffenbleiben. So ist dieMenge der inÖsterreichproduziertenWerbefilmenicht zueruieren.Daraus folgend ist auch eine exakte Zuordnung dieser Streifen zuwerbenden Branchen bzw. Konsumgüter- gruppennicht leistbar.UmderartigeDatenannähernd fassbar zumachen,wäre ein finanziertes, vieljähriges und (hinsichtlich der Periode bis 1918 sogar) europäisches Forschungsprojekt vonnöten. Angesichts der ermittelten Informationen über sechs Kurzfilmproduzenten lässt sich aber eindeutig eine Verkürzung der Laufzeiten der Werbefilmeausmachen.1935/36hattesichdemnachderkurzeReklamefilmmiteiner LaufzeitvonbiszuvierMinutenklardurchgesetzt. Geworbenwurde für Konsumgüter des täglichenBedarfs (Reinigungsmittel, Be- kleidung, Nahrungsmittel), aber auch für Dienstleistungen undGüter, die in Zeiten der ökonomischen Krise nur für wenige Menschen erschwinglich waren (Reisen, Elektrogeräte, Aufwertung desWohnraums). Die vonRainer Gries vertretene These, wonach bereits in der Zwischenkriegszeit ein „Demokratisierungsprozess des Kon- sums“einsetzte,derwenigeralseine„DemokratisierungdesrealenKaufvermögens“, sondernmehr als eine „Demokratisierung der Produktwahrnehmung“ zu verstehen ist,1047 kann bezüglich des Reklamefilmschaffens in Österreich bestätigt werden. Auchüber denösterreichischenWerbefilmwurdenKonsumwunschträumegeweckt, diesicherst imZugedesWirtschaftswundersder1950er-JahrefüreinebreiteBevölke- rungsschichtnachundnacherfüllensollten. 1047 Gries,Produkte&Politik,S.65. 248 11 Schlussbetrachtungen
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Der österreichische Werbefilm Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Titel
Der österreichische Werbefilm
Untertitel
Die Genese eines Genres von seinen Anfängen bis 1938
Autor
Karin Moser
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-062230-0
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
316
Schlagwörter
Culture of memory, media history, advertising
Kategorie
Kunst und Kultur
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