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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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senschafteninabsolutenZahlenindenerstenJahrenziemlichausgeglichenund neigte sich Ende der 1920er und insbesondere in den 1930er Jahren deutlich RichtungRechtswissenschaften–wennauch auf insgesamtniedrigemNiveau, denn der Anteil von Studentinnen an derWiener Rechts- und Staatswissen- schaftlichenFakultät betrug inden1920er Jahrenkonstant5bis6Prozentund stieg seitEndeder1920er Jahrekontinuierlichauf9bis 10Prozent an. DieBezeichnung»Frauenstudium«hielt sichüberdie Jahrehinweghartnä- ckig, sodass über die Gründe der Schmähung nur Mutmaßungen angestellt werden können: Solltemit dieser Titulierung vielleicht weniger eine Aussage über die tatsächliche Geschlechterverteilung getroffen als vielmehr eine Ab- wertung intendiertwerden? Immerhin galt es für dieAbsolventenderRechts- wissenschaften, dieKonkurrenz auf demArbeitsmarktwenigstens durchüble Nachrede zu entschärfen. Denn die expandierende Bildungsbeteiligung der Frauen verschärfte denKampf umdie Arbeitsplätze. Die durch die weibliche ErwerbsarbeitwährenddesErstenWeltkrieges erstarkte Frauenbewegung, die umso vehementer an die Universitäten drängte, sollte in die Staatswissen- schaften gedrängt werden, um sie vomRechtsstudium abzuhalten. Denn das Studium der Rechte war immerhin Voraussetzung für das Richteramt, den AnwaltsberufunddenhöherenStaatsdienst. 4. Rechtsakademie fürFrauen NebendengenanntenPetitionenundDenkschriftenhatteeswährenddesErsten Weltkrieges noch öffentlichkeitswirksamere zivilgesellschaftlicheMaßnahmen gegeben, um auf eine Zulassung der Frauen zumRechtsstudium zu drängen. Ausdrücklich als Protestmaßnahme gegen die Untätigkeit des Unterrichtsmi- nisteriums wurde in Wien eine »Rechtsakademie für Frauen« als private Hochschule gegründet und am9.Dezember 1917 feierlich eröffnet. Auchhier federführendwarwieder einmal EdmundBernatzik. DerRechtsprofessor, der denAusschlussderFrauenvomJusstudiumalsverfassungswidrigqualifizierte, war 1901 dem Verein für erweiterte Frauenbildung beigetreten, wo er unter anderem Genia Schwarzwald kennenlernte, die in jenem Jahr das Mädchen- lyzeum amWiener Franziskanerplatz übernommen hatte. Schwarzwald sollte einewichtigeRolle in der Frauenbildung, gerade auchhinsichtlich des rechts- wissenschaftlichenStudiums spielen.Denndie in ihrer Schulanstalt angebote- nen Fortbildungskurse waren laut Holmes »wichtige Teilerfolge im Zermür- bungskriegumGleichberechtigunginderBildung«141undsindrückblickendals VorläuferderRechtsakademie fürFrauenzusehen. 141 Holmes, Schwarzwaldschule102. FrauenstudiumundRechtsakademie fürFrauen 167
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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