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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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PrüfungenbehufsErlangungdesstaatswissenschaftlichenDoktoratsaufGrund derbeigeschlossenenDissertation,dieunterderLeitungderHerrenProfessoren Spann und Mises ausgeführt wurde«65 im Dekanat einbringen konnte. Dass Lieser hierin den Einfluss LudwigMises’ anführte, beruhte insbesondere auf demUmstand, dass sie seinem Privatseminar, demMises-Kreis66, angehörte, worauf auch ihrDoktorvater,OthmarSpann, inderBeurteilung (zweiterRefe- rentwarFriedrichWieser) ihrerDissertationDiewährungspolitischeLiteratur derösterreichischenBankozettelperiodeBezugnahm:»DieArbeit stellt sichals bemerkenswerterBeitrag zurNationalökonomie inÖsterreichdar.DerVerfas- serin ist es gelungen, durch das Aufsuchen und die Zusammenfügung weit verstreuten und schwer zu beschaffenden Stoffes ein anschauliches Bild der währungspolitischen Ideen undKämpfe der österreichischen Bancozettel-Pe- riodezugeben.Dasssiedasvermochthat, istvorallemdaraufzurückzuführen, dasssiebereits,bevorsieandieArbeitherangetretenist,mitVerständnis indie moderneGeldtheorie eingedrungenwar.«67 AuchLudwigMises selbst betonte die hoheAktualität vonLiesers Studie68; undjenegab–inAnlehnunganMises’vielbeachtetesFrühwerkDieTheoriedes Geldes (1912) – in SpannsneuerReiheDieHerdflamme. Sammlungder gesell- schaftswissenschaftlichen Grundwerke aller Zeiten und Völker die Neuauflage von AdamMüllers KlassikerVersuche einer neuen Theorie des Geldes (1816) heraus.69 In dendarauf folgenden Jahren arbeitete Lieser beimVerbandöster- reichischerBankenundBankiers«inderWienerRockhgasseundwarständiges MitgliedderNationalökonomischenGesellschaft, eines vonLudwigMisesund JosephAlois Schumpeter gegründetenVereins, derhauptsächlichausdenMit- gliederndesMises-unddesMayer-Kreisesbestand70;dahingehendzähltsiebis heutenebenHayek,Haberler,MachlupundanderenzudenVertreter/innender »viertenGeneration«derÖsterreichischenSchulederNationalökonomie.71 MitdernationalsozialistischenMachtergreifung inÖsterreichwurdeHelene Lieser aufgrund ihrer jüdischen Herkunft – sie war imÜbrigen bereits am 23.August1921ausderIsraelitischenKultusgemeindeausgetreten72–vonihrer Arbeitsstätte entfernt und musste zudem bis spätestens Ende Juni 1938 ihr 65 GesuchsschreibenvonHeleneLieser,UAW, JRA,St1. 66 ZuweiterenTeilnehmer/innendesMises-KreisessieheStadler,VertriebeneVernunft248; sowieFeichtinger,Wissenschaft zwischendenKulturen185 ff. 67 Spann, Bericht über die Doktorarbeit von stud. rer. pol. Lieser, Helene, UAW, J RA, St 1. 68 Vgl.Mises, Erinnerungen72. 69 Müller,Versuche. 70 Näher zurNationalökonomischenGesellschaft sieheFeichtinger,Wissenschaft zwischen denKulturen187 f. 71 Vgl. zudieserEinschätzungauchSteindl, Zeitzeuge400. 72 Austrittskartei 668/1921, IKG. DieStudierendenderStaatswissenschaften 201
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938