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StaatswissenschaftlichenFakultät:»DergefertigteDr.iur.MaxHitschmann[…]
hatvorderPromotiondieapprobierteDissertationimDruckzuveröffentlichen.
Er bittet, diese Drucklegung ihm nachsehen zuwollen und begründet dieses
Ansuchenwie folgt: […]DieseArbeit stehtmit der künftigenberuflichenTä-
tigkeitdesGesuchstellers imengstenZusammenhang,daer versuchenwill, als
BuchsachverständigerundOrganisatoreineStelle zuerlangen,bzw.wurde ihm
einesolchenachErlangungdesDoktoratesinsichereAussichtgestellt […]Eine
Veröffentlichung der Arbeit ist aber gegenwärtig nicht durchzuführen. Denn
trotzeifrigsterBemühungenkonntederGesuchstellerbisherkeinenVerlegerfür
dieArbeit finden.DieDrucklegungwurdedeswegenabgelehnt,weil dieArbeit
nur ein ganzkleines Spezialgebiet betrifft unddies in rein theoretischerWeise
behandeltwurde.Eswirddeswegenbefürchtet,dasseinderartigesBuchkeinen
Absatz findenwürde.EineVeröffentlichungganzoder teilweise imSelbstverlag
ist auch nichtmöglich, weil demGesuchsteller die hierzu nötigenMittel, die
nachAngabenvonDruckernweitmehrals2.000,–öSbetragen, fehlen.Obwohl
derGesuchstellerbisherkeineBefreiungvomKollegiengeldhatte, isternicht in
derLage,diesenBetragoderauchnureinenBruchteilhiervonaufzubringen.Es
liegendemnachdieVoraussetzungendes§10Abs. 4vor […]«
Am6. Juli1929erhieltMaxHitschmann,dessenDissertationeinstweilenmit
»gut« benotet und er damit zumRigorosumzugelassenwordenwar, aus dem
Dekanat die Erlaubnis, »anstatt der ganzen Dissertation bloss einen Auszug
daraus imMindestumfangvonzweiDruckbogenzuveröffentlichen. Siehaben
sich zudiesemZweckevorerstmit denbeidenHerrenBegutachtern IhrerDis-
sertation ins Einvernehmen zu setzen.« Da die Dekanatsakten und damit die
weitereKorrespondenz imZweitenWeltkrieg verbrannt (worden) sind, konnte
bislang nicht eruiert werden, warumHitschmann trotz dieses Entgegenkom-
mens erst am 22.März 1933 promoviert wurde. Es kann vielleicht aufgrund
HitschmannsimBriefgeschilderterfinanziellerSituationangenommenwerden,
dass ihm selbst die Drucklegung eines Auszugs nicht früher als im Jahr
1933möglich war. Denn in derWiener Universitätsbibliothek findet sich je-
denfalls eine aus 1933 stammende Veröffentlichung seiner Dissertation im
Selbstverlag, dienunsogar31Seitenumfaßt.115
Wie sich die Abfassung einer staatswissenschaftlichenDissertation gestaltete,
bevorüberhauptaneineDrucklegungunddiedamitentstehendenProblemezu
denkenwar, soll imFolgendenerläutertwerden.
115 Hitschmann,Auszugausder Inauguraldissertation.
DasStudiumderStaatswissenschaften218
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik