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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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ihr erst 40-jährigesBestehen137, was sie besonders imVergleichmit rechtswis- senschaftlichen Zeitschriften zu einem sehr jungen Medium macht. Neben Studienordnungen sind Zeitschriften, Journale und Studienreihen ebenso In- dizien fürdieEigenständigkeit einerwissenschaftlichenDisziplin, sodassman inÖsterreich zurecht von einer »verspäteten« Institutionalisierung der Poli- tikwissenschaftsprechenkann,wiees imoftzitiertenEditorialdererstenÖZP- Ausgabe geschah.138 Dort wurde mit Bezug auf die Abhängigkeit der öster- reichischen Politikwissenschaft einerseits von den USA, andererseits von Deutschland auch auf die »doppelteDependenz« hingewiesen, umdas Fehlen einer genuinösterreichischenDisziplinausrichtung zubeschreiben.Dennwas sich in den 1960er und 1970er Jahren erst außeruniversitär, dann als reguläre Studienrichtung zu etablieren begann, orientierte sich an der deutschen Poli- tikwissenschaft,diewiederumvondenInteressenderAlliierten,allenvorander USA,aneinerDemokratiewissenschaft imRahmenderRe-educationnach1945 geleitetwar.UndgeradediemethodischeEinschränkung auf dennormativen, demokratietheoretischenBereichsowiedieZuordnungderStudienrichtungbei denGeisteswissenschaftenbrachtederDisziplin auf JahrehinausdenVorwurf derUnwissenschaftlichkeit ein. Den Rückruf der zahlreich emigriertenWissenschafter/innen vorausgesetzt, wärengenügendösterreichischepolitikwissenschaftlicheAnsätze – theoretische Überlegungen und empirische Untersuchungen – vorhanden gewesen, auf die mannachdemZweitenWeltkrieghättezurückgreifenkönnen.139Insbesonderedie demokratischen JahrederErstenRepublik stehen für immens innovativeÜber- legungen,dievorwiegendinextramuralenKreisenundVereinigungenimUmfeld der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät angestellt wurden. Im Zuge derVersuche, das spezifischPolitische für dieGrundlegung einer selbständigen Disziplin zu definieren, fällte man selbst Fakultätsschranken und brachte als Wissenschaft von der Politik eine Grenzgebietswissenschaft auf denWeg, die neben Rechtsphilosophie, Staatstheorie, Nationalökonomie und Statistik auch Geschichte,Soziologie,GeographieundPsychologieumfasste.SchonzuEndedes 19. Jahrhunderts hatte dieWiener SchulederNationalökonomiebegonnen, po- litische Prozesse zu analysieren, und später vor allem unter Ludwig Mises, FriedrichHayekundJosephSchumpeterbahnbrechendeBeiträgezurPolitischen Ökonomie sowie zurDemokratietheorie geleistet; HansKelsen »war in seinem SchaffenundWirkeneinPolitikwissenschafter vonGraden, langebevoresdiese Disziplin als selbständiges akademisches Fachgab«140; junge Staatswissenschaf- 137 Siehedazudie vonEhsundKönig editierte JubiläumsausgabederÖsterreichischenZeit- schrift fürPolitikwissenschaft (Ehs,König,ÖZP-Serienschwerpunkt). 138 Vgl.Redaktion, Editorial 3. 139 Vgl. Fleck,AutochthoneProvinzialisierung. 140 Leser,HansKelsenundKarlRenner41. ErstesAddendum:DieAnfängederPolitikwissenschaft 227
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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