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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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tischen Studium lehrend und forschend tätig waren – und dies waren insbe- sondere nach dem Koalitionsbruch 1920 immer häufiger und entschiedener katholisch-konservative bis gar restaurativ und neoromantisch-ständestaatli- che, jedenfallsantimarxistischeProfessoren,allenvoranOthmarSpann,der im VorwortderzweitenAuflageseinerGesellschaftslehreprogrammatischkundtat, »die sog. Beziehungslehre, die sozialpsychologische Schule, die ethnologische Schule,die empiristischeRichtungüberhaupt«nichtmehrzubehandeln,denn »[d]ieseSchulenwerdenihrSprüchleinbaldausgestammelthaben.DerGeistder Zeit […] kehrt sich vonder ödenTatsachenjägerei ab«192. Tatsächlichwurden »diese Schulen«, also methodische Innovatoren und gesellschaftskritische WegbereiterderSozial-undPolitikwissenschaftwiedieKreiseumKelsen,Mises etc. immermehr vonderUniversität, schließlichausÖsterreichverdrängtund vertrieben. DasDoktoratderStaatswissenschaftenwaraufgrunddieserstrukturellen,der innenpolitischen Kampfsituation geschuldeten Umstände weder rechts- noch sozialwissenschaftlichausgewiesen,sodassAbsolvent/innen,diebloßstriktdem Studienplan gefolgt waren, ohne Zeit undMühe für die Teilnahme an extra- muralen Zirkeln und Seminaren aufzubringen, weder in denRechten noch in den Sozial- oderWirtschaftswissenschaften umfassend (aus-)gebildet waren. ChristianFleck fasst treffendzusammen, »dassman indiesen Jahren inÖster- reichzumSoziologenwurde,weilmansichdazuentschloss,das,wasmantat,als zudieser neuenundnochwenig konturiertenDisziplin gehörig zubetrachten undnicht, weilman einen bestimmtenAusbildungsweg absolvierte.«193Wenn jeneAbsolvent/inn/endes staatswissenschaftlichenDoktoratsstudiums in spä- terenJahren–dasheißt indenmeistenFällen: imUS-amerikanischenExil–zu herausragenden Soziolog/inn/en, Politolog/inn/en, Gesellschaftswissenschaf- ter/inn/en (oderwoauch immer sie sichzugehörig sahen)wurden,dannnicht wegen,sonderneherentgegenderuniversitärenVoraussetzungen.Dennwassie sich anmethodischemHandwerkszeug aneigneten, geschah hauptsächlich in Privatseminaren, in außeruniversitären Kreisen und in postgradualer Förde- rung durch ausländische Fonds, wie allen voran der Rockefeller Foundation. Den außeruniversitären Vereinen und Gesellschaften ist ein eigenes Kapitel gewidmet, weswegen im Folgenden speziell auf den Beitrag der Rockefeller Foundation zur Entwicklung sozial- und politikwissenschaftlicher Forschung imÖsterreichderErstenRepublikeingegangenwerdensoll. 192 Spann,GesellschaftslehreVI. 193 Fleck,AlfredSchütz 103. DasStudiumderStaatswissenschaften244
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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