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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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towhichtheuniversity issinkingsuchaproject isappealing[…]«198VanSickle spieltehierbeiwohlvorallemaufdiebereitsEndeder1920er Jahreeingesetzte Vertreibung der besten akademischenKöpfe an, die dieUniversitätWien aus politischen Gründen und insbesondere wegen antisemitischer Anfeindungen bereits verlassenhatten (z.B.HansKelsen) beziehungsweise sich zu jenerZeit nachweiteren außeruniversitärenMöglichkeiten und auch schonnach Stellen imAuslandumsahen,wie LudwigMises, FriedrichAugustHayekundandere. Ende Juli 1931 sandtenFriedrichAugustHayek,HansMayer, LudwigMises undRichardReisch – allesamtAbsolventen des rechtswissenschaftlichen Stu- diums(Hayekauchdesstaatswissenschaftlichen)undinsbesondereAngehörige des Instituts fürKonjunkturforschung – gemeinsammit Prˇibramdas vonder RockefellerFoundationgeforderteMemorandumontheSituationofResearchin SocialSciences inAustrianachNewYork.Darinbeklagtensiedienichtexistente Förderung unabhängiger sozialwissenschaftlicher Forschung in Österreich sowiedieunzureichendeuniversitäreEtablierung jenerDisziplinen,weswegen sich Sozialwissenschafter/innen lediglich außeruniversitär undmeist nicht im Brotberuf ihrerForschungwidmenkönnten.Fatal seidieLagevoralleminder Soziologie und in den PolitischenWissenschaften, weil durch das Fehlen von Universitätsprofessuren für diese beiden Disziplinen (imGegensatz zur eini- germaßen gut verankerten Nationalökonomie) Nachwuchswissenschafter/ innen»turnawaybecausetheydonotfindtheslightestencouragementoraidin their study«.199Weiters konzipierten die Antragsteller in ihremSchreiben die Forschungsthemendes zugründenden»InstituteofSocial Sciences«, nämlich: Sozialgeschichte, Soziologie,ÖkonomieundPolitischeWissenschaft.200 Aufgrund diesesMemorandums reiste SelskarMichael Gunn, Biologe und Funktionär der Rockefeller Foundation, im Februar1932 nachWien, um sich selbst vorOrt ein Bild der (sozial-) wissenschaftlichen Lage zumachen. Sein BerichtandenPräsidentenderRockefellerFoundation,denMathematikerund PhysikerMaxMason, gibt wertvolle Einblicke in dieMalaise österreichischer Politik undWissenschaft Anfang der 1930er Jahre: »So far we havemet with nothing but gloom and almost despair on the part of some people [i.e. Prof. Prˇibram].Nooneapparentlycanguesswhatwillhappen,andnorayof light is apparent.Pribramseemstothinkthat[…]Austria[…]isdoomedtobecomea 198 JohnVan Sickle an EdmundE.Day, 12. 8. 1930 (zit.n. Fleck, Transatlantische Bereiche- rungen168). 199 Memorandum on the Situation of Research in Social Sciences in Austria (zit.n. Fleck, TransatlantischeBereicherungen170). 200 Notabene:DiesesKonzeptdes Jahres1931zeigt auffälligeParallelenzum1963veröffent- lichtenIHS-Programm;vgl.dazudieForschungsthemenundmethodischenAnmerkungen im»MemorandumontheSituationofResearch inSocialSciences inAustria«(Rockefeller ArchiveCenterNewYork)mitder IHS-Broschüre (UAW,SenatS. 234ex1964/65). DasStudiumderStaatswissenschaften246
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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