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towhichtheuniversity issinkingsuchaproject isappealing[…]«198VanSickle
spieltehierbeiwohlvorallemaufdiebereitsEndeder1920er Jahreeingesetzte
Vertreibung der besten akademischenKöpfe an, die dieUniversitätWien aus
politischen Gründen und insbesondere wegen antisemitischer Anfeindungen
bereits verlassenhatten (z.B.HansKelsen) beziehungsweise sich zu jenerZeit
nachweiteren außeruniversitärenMöglichkeiten und auch schonnach Stellen
imAuslandumsahen,wie LudwigMises, FriedrichAugustHayekundandere.
Ende Juli 1931 sandtenFriedrichAugustHayek,HansMayer, LudwigMises
undRichardReisch – allesamtAbsolventen des rechtswissenschaftlichen Stu-
diums(Hayekauchdesstaatswissenschaftlichen)undinsbesondereAngehörige
des Instituts fürKonjunkturforschung – gemeinsammit Prˇibramdas vonder
RockefellerFoundationgeforderteMemorandumontheSituationofResearchin
SocialSciences inAustrianachNewYork.Darinbeklagtensiedienichtexistente
Förderung unabhängiger sozialwissenschaftlicher Forschung in Österreich
sowiedieunzureichendeuniversitäreEtablierung jenerDisziplinen,weswegen
sich Sozialwissenschafter/innen lediglich außeruniversitär undmeist nicht im
Brotberuf ihrerForschungwidmenkönnten.Fatal seidieLagevoralleminder
Soziologie und in den PolitischenWissenschaften, weil durch das Fehlen von
Universitätsprofessuren für diese beiden Disziplinen (imGegensatz zur eini-
germaßen gut verankerten Nationalökonomie) Nachwuchswissenschafter/
innen»turnawaybecausetheydonotfindtheslightestencouragementoraidin
their study«.199Weiters konzipierten die Antragsteller in ihremSchreiben die
Forschungsthemendes zugründenden»InstituteofSocial Sciences«, nämlich:
Sozialgeschichte, Soziologie,ÖkonomieundPolitischeWissenschaft.200
Aufgrund diesesMemorandums reiste SelskarMichael Gunn, Biologe und
Funktionär der Rockefeller Foundation, im Februar1932 nachWien, um sich
selbst vorOrt ein Bild der (sozial-) wissenschaftlichen Lage zumachen. Sein
BerichtandenPräsidentenderRockefellerFoundation,denMathematikerund
PhysikerMaxMason, gibt wertvolle Einblicke in dieMalaise österreichischer
Politik undWissenschaft Anfang der 1930er Jahre: »So far we havemet with
nothing but gloom and almost despair on the part of some people [i.e. Prof.
Prˇibram].Nooneapparentlycanguesswhatwillhappen,andnorayof light is
apparent.Pribramseemstothinkthat[…]Austria[…]isdoomedtobecomea
198 JohnVan Sickle an EdmundE.Day, 12. 8. 1930 (zit.n. Fleck, Transatlantische Bereiche-
rungen168).
199 Memorandum on the Situation of Research in Social Sciences in Austria (zit.n. Fleck,
TransatlantischeBereicherungen170).
200 Notabene:DiesesKonzeptdes Jahres1931zeigt auffälligeParallelenzum1963veröffent-
lichtenIHS-Programm;vgl.dazudieForschungsthemenundmethodischenAnmerkungen
im»MemorandumontheSituationofResearch inSocialSciences inAustria«(Rockefeller
ArchiveCenterNewYork)mitder IHS-Broschüre (UAW,SenatS. 234ex1964/65).
DasStudiumderStaatswissenschaften246
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik