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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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tende Nachwuchswissenschafter/innen mittels der parteipolitisch-klassen- kämpferischmotiviertenBerufungspolitikausderUniversitätverdrängt,griff in den 1930er Jahren die faschistische Innenpolitik ohne diesenUmweg ein:Die Kommunistische Partei war bereits imMai 1933 verbotenworden, am12.Fe- bruar 1934 ebenso die SozialdemokratischeArbeiterpartei, und all ihreOrga- nisationen (darunter bekanntlich zahlreiche außeruniversitäre Bildungs- und Forschungseinrichtungen) aufgelöst. Mit dem österreichischen Bürgerkrieg wurdesohinaucheinWissenschaftskonfliktgewaltsambeendet.Diesbedeutete imZuge der personellenVerflechtungen zwischen Sozialismus und Sozialwis- senschaftendenerstenEndpunktderösterreichischenPolitikwissenschaft, die perMärz1938mitdemAnschlussÖsterreichsanNS-Deutschlandendgültigzu einer vertriebenenWissenschaftwurde. Als die Emigrant/inn/en Wien verließen respektive verlassen mussten, nahmen sie damit die einzigen intellektuellen Ressourcen mit, die den (Versuch eines) Aufbau(s) genuin österreichischer, methodisch kritischer und innovativer Sozialwissenschaft unternommenhatten.Denndas Staats- wissenschaftliche Doktoratsstudiumper se, das ja über den ZweitenWelt- krieghinausnochbis1966existierte,stelltesolcheineRessourcenichtdar.In den Strukturen konservativ-katholischen, deutsch-nationalen Geistes der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät (respektive der gesamten österreichischen [Wissenschafts-]Politik) konnten sich nur jene Studieren- deneinpraktikables sozialwissenschaftlichesHandwerkszeuganeignen,die über einhohesMaß anSelbstorganisationsfähigkeit verfügtenunddadurch in einNetzwerk205 außeruniversitärer Kreise (Wiener SoziologischeGesell- schaft, Mises-Seminar, Kelsen-Kreis, Geist-Kreis etc.) undWissenschafts- einrichtungen (Institut für Konjunkturforschung, Wirtschaftspsychologi- sche Forschungsstelle etc.) eingebunden waren. Dort allerdings waren sie wiederum oft mit einer vergleichsweise eng fokussierten sozial- bezie- hungsweise politikwissenschaftlichen Fragestellung konfrontiert, weil auch den bemühtesten und für neue disziplinäre Zugänge offenstenRechts- und Staatswissenschafter/inn/en schlichtmeist die Zeit fehlte, neben ihrenviel- fältigen universitären Verpflichtungen (oder meist: anderen Brotberufen) nochwissenschaftssystematischeEntwürfe auf denWegzubringen206. ZumBeispielmusstederPrivatdozentfürRechtsphilosophieFelixKaufmann (JDr. 1919, Habilitation 1922) seinen Lebensunterhalt als österreichischer Re- präsentant derAnglo-PersianOil Company verdienenund fandnur abends in Privatseminaren und bei extramuralen Forschungsvereinen oder nachts Zeit 205 ZudenKomponentendessozialwissenschaftlichenNetzwerksinderErstenRepubliksiehe Müller, SozialwissenschaftlicheKreativität 16 ff. 206 Vgl. Schülein, Soziologie inÖsterreich163. ErstesAddendum:DieAnfängederPolitikwissenschaft 249
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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