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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Der Grazer Romanist Gustav Hanausek äußerte sich zum gleichen Thema 1925:»SeitdemInkrafttretendesDeutschenBürgerlichenGesetzbuchesgibtes natürlich keine romanistische Dogmatikmehr.Wir haben auch keine roma- nistischenDogmatiker,wie es, umnureinigeNamenzunennen, [Adolphvon] Vangerow,[Bernhard]Windscheid,[CarlLudwig]Arndts,[Heinrich]Dernburg, Adolf Exner, FranzHofmannwaren.Die romanistische Forschungwurde eine rechtshistorische.GeschichtedesklassischenRechts,Geschichtespätrömischer Rechtsinstitute,Geschichte desZivilprozessrechts, Interpolationenkritik,Ägypto- logie, insbesondere Papyrologie, Darstellung des assyrisch-babylonischen Rechts,Darstellungdes griechischenRechts sindAufgabendermodernenRo- manistik.«4Sowundertesnicht,dass inderZeitschriftderSavigny-Stiftung für RechtsgeschichtealsHauptzweigederRomanistikdieInterpolationenforschung unddiePapyruskundegenanntwurden.5BesondersdiePapyruskundesollte in WieneinigegroßeVertreter finden. 2. DieProfessorenundDozenten1918–1938 a) MorizWlassak6 MorizWlassakkamam20.August1854inBrünn[Brno/CZ]zurWelt. Inseinen Erinnerungen, publiziert im Brünner Tagesboten 1925, hob Wlassak seine deutsche Herkunft hervor: »In meinem Elternhause wurde nur Deutsch ge- sprochen. Die Mutter stammte aus Niederösterreich, der Vater – von Beruf Apotheker–ausBöhmen,dochwarnachWienindieLehregekommen,hatte in der Kaiserstadt geheiratet und brachte nach Brünn nur so viel Kenntnis des TschechischenmitalszumVerkehrmitdenLandleutennötigwar«7. ImNachruf aufMoritzWlassakaus1939betontWengerdessendeutscheHerkunft, indemer ihn als »hochgeschätzt ob seines hervorragendenAnsehens in der internatio- nalenwissenschaftlichenWeltalshochverehrtobseinesuntadeligendeutschen Charakters«8beschreibt. Bereits von Kindheit an warWlassak mit der Familie Molisch, deren be- kanntestesMitgliedwohlderVizepräsidentderAkademiederWissenschaftenin WienHansMolischwar, befreundet. InBrünnbesuchteWlassakdasdeutsche 4 KommissionsberichtGustavHanauseks,UAGraz, Jur.Dek. 1925/26, 464ex1925. 5 ZRGRA1928 (XLVIII), 800 f. 6 So nicht anders vermerkt, diente der Nachruf Wengers im Almanach der Akademie der Wissenschaften260–285alsQuelle fürdie folgendeBiografie. 7 Wlassak, ErinnerungeneinesBrünners25. 8 Wenger,NachrufaufM.Wlassak260. Die rechtshistorischenFächer264
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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