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Staatsgymnasium,9 studierte anschließend inWienRechtswissenschaften und
promovierte am 1877 zum JDr. Während seiner Studienzeit wurde Wlassak
besonders durch denRomanistenAdolf Exner beeinflusst, dessen Seminar er
auchbesuchte:»Seine[Anm:Exners]Vorträgeundvorallemseineimkleinsten
Kreise imeigenenHausundGartengegebeneEinführung indieGedankenwelt
derklassischenJuristenanderHandderTextehabenimSchülerdenLebensplan
reifen lassen, allenFleißdemStudiumdes römischenundgemeinenRechts zu
widmen.«10MitHilfe einesReisestipendiums verbrachteWlassak nach kurzer
TätigkeitalsRechtspraktikantundVerwaltungsjuristeinSemester inGöttingen
imromanistischenSeminarvonRudolfv.JheringundeinSemesterinBerlinbei
Carl Georg Bruns.Während dieser Studien beabsichtigteWlassak eine juris-
tisch-dogmatischeArbeit zur negotiorumgestio zu verfassen –bevor er diese
jedochfertiggestellthatte,wurdeeinanderesWerk11zudiesemThemapubliziert
undWlassak entschloss sich, die historische Einleitung zu seinembereits be-
gonnenenManuskript auszubauen und verwarf den juristisch-dogmatischen
Teil. DieseArbeit, publiziert unter demTitel »ZurGeschichte derNegotiorum
Gestio«, legteeralsHabilitationsschriftanderWienerFakultätvorunderlangte
imMärz 1879 die venia legendi für römisches Recht.12Ein halbes Jahr später
wurde er außerordentlicher Professor in Czernowitz, weitere Stationen seiner
akademischenLaufbahnwaren1882Graz (zunächst als außerordentlicher, seit
Oktober 1883 als ordentlicher Professor), 1884 Breslau (1887/88 und 1891/92
Dekan), 1895Straßburg (1896/97Senator)bis er schließlichmitderEntschlie-
ßungvom4.Oktober1899zumordentlichenProfessordesrömischenRechtsan
der Universität Wien ernannt wurde.13Weitere Berufungen nach Greifswald,
BonnundMünchen lehnteWlassakab,14konntediese abernützen, uminPar-
allelverhandlungenseinGehaltanderUniversitätWienzuverbessern.15Anden
verschiedenenUniversitätenkonnteereinigeFreundschaftenimJuristenkreisen
schließen: uamit Emil Schrutka vonRechtenstamm in Czernowitz, mit Emil
Strohal inGraz,mitHermannSeuffertundFelixDahn inBreslauundmitOtto
LenelinStraßburg.16InWientratWlassakdieNachfolgevonLudwigMitteisan–
Wlassakwarprimo loco,Hanausek secundo locovorgeschlagenworden.17Die
9 Einer seinerMitschüler war der erste tschechoslowakische Präsident Tom sˇ G.Masaryk.
10 Wenger,Nachruf aufWlassak265.
11 Monroy,DievollmachtloseAusübung fremderVermögensrechte.
12 Wesener,RömischesRecht61.
13 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton615,PersonalaktWlassakMoritz.
14 Wenger,Nachruf aufWlassak266.
15 A.u. Vortrag vom9.12.1908,ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ.Wien, Karton 615, Perso-
nalaktWlassakMoritz.
16 Wesener,RömischesRecht61 f;Wenger,NachrufaufWlassak267.WlassakschlugOtto
Lenel1921und1922zumMitgliedderAkademiederWissenschafteninWienvor.Vgl. 700.
17 BrünnerTagesbotevom31.7. 1899,Nr.172, S. 3.
RömischesRecht 265
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik