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Entscheidung,Straßburgzuverlassen,fielWlassakschwer–»[n]iemalshabeich
schwererAbschiedgenommenvonmeinemAmte«18 schrieb er in seinenErin-
nerungen im Brünner Tagesboten. Die Entscheidung dürfte von seiner Frau
AnnieWlassak, geb. Blumenthal, beeinflusst worden sein, die jedoch bereits
1902–wenigeJahrenachderRückkehrnachWien–im38.Lebensjahr19verstarb
undWlassakmitdergemeinsamenTochterElfriedezurückließ.20 InWienübte
Wlassak1914/15dieFunktioneinesSenatorsund1912/13sowie1922/23diedes
Dekansaus, »dieWahlzumRektorhaterabgelehnt.«211909wurdeWlassakals
korrespondierendesMitgliedindieKaiserlicheAkademiederWissenschaftenin
Wien aufgenommen, 1914 erfolgte seineWahl zumwirklichenMitglied. Mit
30. September1925wurdeWlassaknachAbsolvierungdesEhrenjahres inden
Ruhestand versetzt.22 Er blieb der Fakultät trotzdem erhalten – auf Antrag
Gleispachs hatte das Professorenkollegium in der Sitzung vom21.März 1925
einstimmigbeschlossen,WlassakzumHonorarprofessor vorzuschlagen.23
Am 31. Juli 1934 wurde Wlassak zum korrespondierenden Mitglied der
philosophisch-historischen Klasse der Sächsischen Akademie der Wissen-
schaften zu Leipzig gewählt.24Weitere Ehrungenwurden imdurch dieVerlei-
hungvonEhrendoktoraten inWienundFrankfurt zuTeil. ErwareinMitglied
der BayrischenAkademie derWissenschaften. Die »Akademien vonBologna,
Palermo,dieTschechischeAkademie inPrag,diedortigeDeutscheGesellschaft
derWissenschaften,dasRiccobono-SeminarderCatholicUniversityofAmerica
inWashington zählten ihn zu ihren Mitgliedern, das Instituto di Storia del
Diritto Romano in Catania verlieh ihm die Ehrenmitgliedschaft.«25 Weiters
wurdeWlassak zumHofrat ernannt und war »einer der wenigen Träger des
österreichischenEhrenzeichens fürKunstundWissenschaft«.26
Wlassaks wissenschaftliche Tätigkeit konzentrierte sich mit wenigen Aus-
nahmen auf das römische Recht.27 Er spezialisierte sich im römischen Zivil-
18 Wlassak, Erinnerungen27.
19 LautEintrag inVerstorbenendatenbank: [http://www.friedhoefewien.at–abgerufen18.12.
2013], Suche:WlassakAnnie.
20 TodesanzeigeinNFPvom31.7.1902,Nr.13626,S. 17;vgl.GenTeam[http://www.genteam.at
–abgerufen18.12. 2013],NFPSterbeanzeigen,Datensatznummer33319.
21 Wenger,MorizWlassak†XLI.Damit istwohldasStudienjahr1924/25gemeint, alsHans
Sperl, der dienstjünger war alsWlassak, zumRektor gewählt wurde. Zu denWahlen der
akademischenBehördenvgl. 41–44.
22 Emeritierungsdekret,ÖStA AVA, Unterricht Allg., Univ. Wien, Karton 615, Personalakt
WlassakMoritz.
23 SchreibendesDekansVoltelini andasUnterrichtsministeriumvom26.3. 1925,ÖStAAVA,
UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton615,PersonalaktWlassakMoritz.
24 [http://www.saw-leipzig.de/mitglieder/wlassakm–abgerufen18.12. 2013].
25 Wenger,Nachruf aufWlassak281.
26 Ebd.281.
27 FüreineumfassendeBesprechungseinerWerke s.Bär,MorizWlassak6–51.
Die
rechtshistorischenFächer266
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik