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Wintersemester die sechsstündige Vorlesung »Institutionen des römischen
Rechts« und im Sommersemester jeweils die »Einführung in das heutige Pri-
vatrecht auf römischer Grundlage« – zumeist auf allgemeine Lehren und das
Sachenrechtbeschränkt–an.DanebenveranstalteteerromanistischeÜbungen.
Nach seiner Emeritierung bot er weiterhin bis zumWintersemester 1934/35
zweistündige Pflichtübungen bzw. Seminarübungen als Honorarprofessor an.
Wlassakverstarbam24.April 1939aneinemSchlaganfall.
b) Paul Jörs
Paul Jörs kamam8.Oktober 1856 als SohndesKaufmannsHeinrich Jörs und
dessen FrauPauline (geb. Rassow), die fünfTage nachderGeburt des Sohnes
starb, imdamalspreußischenDemmin[Dyminek/PL]zurWelt.Erbesuchtedas
Gymnasium inStralsund, abOktober 1872 inWeimar.Ab1876 studierte er in
Bonn zunächst Geschichte, ab dem zweiten Semester Rechtswissenschaften
unter anderem bei Roderich Stintzing, der ihn in seiner wissenschaftlichen
Laufbahnprägte.37Erabsolvierte vier Semester inLeipzigbeiBernhardWind-
scheid undAdolfWach. Sowohl inBonn als auch in Leipzig arbeitete Jörs am
HistorischenSeminarbeiCarl vonNoorden.1880machte erdie Staatsexamen
undwarbis1883alsReferendartätig.MitseinerSchrift»ÜberdasVerhältnisder
LexJuliademaritandisordinibuszurLexPapiaPoppaea«38wurdeer1882zum
Doktor derRechte inBonnpromoviert. VierWochennachder Promotion er-
folgtedieHabilitation für römischesRechtmit einer ungedrucktenSchrift zur
Geschichte der Augusteischen Ehegesetzgebung.39 Im September 1885 wurde
JörsaufeinOrdinariatnachKielberufen,er tratdieseseinenMonatspäteran.40
1887warerDekaninKiel,ab1888warerordentlicherProfessorinGießen,woer
1891/92dasAmtdesDekansund1892/93dasAmtdesRektorsbekleidete. 1896
wurde Jörs zumordentlichenProfessor für römischesRecht undbürgerliches
Recht inBreslauernannt, imStudienjahr1902/03warerDekander juridischen
Fakultät. 1905wurdeJörsalsNachfolgerWengersnachWienberufen,woerbis
zu seinem Tode 1925 lehrte. Im Dezember 1919 wurde Jörs der Titel eines
Hofrates verliehen.41Für das Studienjahr 1923/24wurde Jörs zumSenator ge-
wählt.BeiderWahlzumDekanfürdasStudienjahr1924/25,diedemBrauchder
37 Wlassak,Nachruf aufPaul Jörs 242 f.
38 Jörs,VerhältnisderLex JuliademaritandisordinibuszurLexPapiaPoppaea.
39 LautWlassakhandelteessichdabeinichtumseineDissertationsschrift.Wlassak,Nachruf
aufPaul Jörs243 f.
40 Wlassak, Nachruf auf Paul Jörs 244; Jörs Paul, in:ÖBLIII (Wien 1962) 121; 1886 gibt
WolfgangKunkel, Jörs,Paul, in:NDBX(Berlin1974)464an.
41 EntschließungdesPräsidentenderKNVvom5.12.1919,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.
Wien,Karton611,Personalakt JörsPaul. Die
rechtshistorischenFächer268
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik