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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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inPragbereits seinStudiumderRechtswissenschaftenbegonnen.Dieses setzte er inWienfort.VonseinenakademischenLehrernwurdeerbesondersvonPaul Jörs beeinflusst, auchbeiMoritzWlassak, dessenLehrener später verteidigen sollte,101 beiMoritzWellspacher, AdolfMenzel und Eugen von Böhm-Bawerk besuchte erLehrveranstaltungen.Erpromovierte imJuli 1915zumDoktorder Rechte. Seinwissenschaftliches Interesse vertiefte Schönbauer imSeminar zur PapyrologiebeiJörs,nachdemStudiumreisteermiteinemStipendium1917 für ein JahrnachBerlin zuUlrichWilckenundWilhelmSchubart, umsich inder Paläographie der Papyri fortzubilden.102 Im Juli 1919 erfolgte dieHabilitation Schönbauersmit der Schrift »DieBergwerksordnungvonViapasca« für römi- sches Recht, antike Rechtsgeschichte und Papyrologie.103 Bereits im Februar 1921 erstattete die Fakultät einen einstimmigen Vorschlag, Schönbauer zum Extraordinarius zu bestellen,104 dieser Antragwurde im Juni 1924 – nachdem Schönbauer im Studienjahr 1923/24 die Lehrkanzel des erkrankten Paul Jörs suppliert hatte – erneuert.105 ImOktober 1924 wurde Schönbauer schließlich zumaußerordentlichenProfessor adpersonamernannt. Ein Jahr später kam es zum –weiter unten zu behandelnden – »Universi- tätsskandalumStephanBrassloff«; dieRolle Schönbauers bei derHetzkampa- gne gegen Brassloff und der folgenden Disziplinaruntersuchung ist unklar. Schönbauer beteuerte, dass es eine »gemeine Verleumdung« sei, dass er »die Disziplinaruntersuchunggegen[s]einenKollegenBraßloffangezettelthätte,um [s]eines persönlichen Vorteils willen.«106 Anders erinnerte sich Friedrich Brassloff, der Sohn Stephan Brassloffs, 1984 an Ernst Schönbauer und den SkandalumseinenVater:»[RobertKörber]waralsoderHauptorganisator,und dahinterstandendreiProfessoren.Manwarnatürlichalle furchtbar ›freindlich‹ zueinander. […]Der zweite [Professor] – dasweiß ich jetzt, ich habedas erst spätererfahren,meinVaterwarahnungslos, andereLeutehabendavongewußt undhabenihmnichtgesagt: ›Sie,passens’sauf,machen’skeinesolchenblöden Witz‹!‹ […]DerzweitewarSchönbauer, einGegenkandidat fürdasOrdinariat, einPolitikerdesLandbundsundProfessor für römischesRechtundeinechter überzeugterAntisemit. Erhat z.B., beiPrüfungenhatmandasgesehen, erhat einige Male Zettel von Prüfungskandidaten liegenlassen, da stand auf einem 101 Mayer-Maly, Ernst Schönbauer zumGedächtnis 629. 102 Lhotsky, Ernst Schönbauer296;Kalwoda, Ernst Schönbauer288. 103 Kalwoda, Ernst Schönbauer288. 104 Schreiben des Dekans an das BMUvom 3.6. 1924, Z 617/1924 (Abschrift),ÖStA AVA, UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton608,Rechts-undStaatswissenschaften. 105 ImSeptember1922warumdieZustimmungdesBMfürFinanzenangesuchtworden,dieser Antrag blieb jedochunbeantwortet. Vgl. Referentenbogen zumBMUE17561-I/24,ÖStA AVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton608,Rechts-undStaatswissenschaften. 106 StenProtNR2.GP, 124. Sitzung, 12. 12. 1925, 2951. Die rechtshistorischenFächer278
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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