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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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›Jud‹–fürdenwardaswesentlich.Ichkannmirnichtvorstellen,daßSchönbauer soprimitiv selbst Sachengeleitethat.«107 AlsWenger1927zurückandieUniversitätMünchenging,mussteinWienein Ordinariat für römisches Recht nachbesetzt werden.Der dafür erstellte Beru- fungsvorschlag nannte Fritz Schulz, einen Berliner Professor, an erster Stelle, und an zweiter Stelle Mariano San Nicolý, Artur Steinwenter und Ernst Schönbauer.Aus finanziellenGründenscheitertendieVerhandlungenmitFritz Schulz, dieFakultät und insbesondereLeopoldWengerwünschtensichSchön- bauer, dermitMärz 1929 seinOrdinariat antrat.108Brassloff, der nachwie vor Extraordinarius inWienwar,wurdebeiderNachbesetzungderLehrkanzelgar nicht in Betracht gezogen. Schönbauer übernahm in den folgenden Jahren zahlreiche universitätspolitischeÄmter: Sowar er Disziplinaranwalt und von 1939 bis 1943Dekander Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Zwar warerbereits1934zumDekangewähltworden,dochscheiterteeineBestätigung durchdasUnterrichtsministeriumanSchönbauersWeigerung,derVaterländi- schenFrontbeizutreten.109VonseinenFakultätskollegenpflegteSchönbauermit LudwigAdamovich sen. eine nähere Bekanntschaft – dies ergibt sich aus den vorliegenden Archivmaterialien und den Erinnerungen Ludwig Adamovichs jun.110. Schönbauer berichtete 1940 folgende Ereignisse: »Obwohl Adamovich genaumeineGesinnungkannte,nahmermichimmerinSchutz,zuletztimMärz 1937,als ichProf.GrafGleispachineinerKundgebunginderUniversitätmeine Grüsseerbotundihmmitteilen liess,dassdieHochschulenochimmerdeutsch gesinnt sei. Damals verlangte dasMinisterium einen Bericht von demDekan Kadecka.Adamovich intervenierte sofort und erwirkte, dass als einzigeMass- nahmeeinVerbotderHörsaalbenützung fürdievonmirgeleitete ›Gesellschaft fürRechts-undStaatswissenschaften‹herausgegebenwurde.«111AlsAdamovich sen. nach dem »Anschluß« von seinem Lehrstuhl vertrieben wurde, war es wiederumSchönbauerder sichbemühte,AdamovichanderUniversität zube- halten.112 Schönbauerbegann imWintersemester1919/20mit seinerLehrtätigkeit,die er an derUniversitätWien bis 1945 ausübte. Sein Lehrveranstaltungsangebot war sehr vielfältig: Erdeckte verschiedeneBereichedes römischenRechtsund dessenGeschichteab–vomErbrechtüberdasFamilienrechtbiszumZivil-und Strafprozessrecht undder römischenRechts- undWirtschaftsgeschichte – so- 107 InterviewmitFriedrichBrassloffdurchgeführtvonKonstantinKaiser1984, [http://access. cjh.org/429549–abgerufen18.12. 2013]S. 8. 108 Kalwoda, Ernst Schönbauer290. 109 BeilagezuDek.Zl. 716ex1940vom6.8.1940,UAW,JPA3(LudwigAdamovich), fol. 021. 110 InterviewmitLudwigAdamovich jun. vom3.11. 2009. 111 BeilagezuDek.Zl. 716ex1940vom6.8.1940,UAW,JPA3(LudwigAdamovich), fol. 021. 112 InterviewmitLudwigAdamovich jun. vom3.11. 2009. RömischesRecht 279
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938