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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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zum ordentlichen Mitglied vorgeschlagen. Der Antrag wurde abermals von WlassakgestelltundvonLeopoldWengerundAdolfWilhelmmitunterzeichnet, beim ersten Anlauf scheiterte er – erst nach einemweiteren Vorschlag 1939 wurdeSchönbauer zumordentlichenMitgliedgewählt.121 SchönbauerspolitischeTätigkeitbekaminderErstenRepublikAufschwung. Erwurdebereits1919indieKonstituierendeNationalversammlungalsVertreter der Großdeutschen Partei gewählt.122 ImOktober 1920 kandidierte er auf der Listeder»DeutschösterreichischenBauernpartei«, beidenWahlen imOktober 1923 und imApril 1927 trat Schönbauer für den »Landbund« an und vertrat diesen bis Oktober 1930 im Nationalrat.123 Der Landbund verstand sich als Bauernpartei – durch sein Engagement in dieser Partei hob Schönbauer sein Selbstverständnis als Bauer hervor – und betonte in seinemParteiprogramm sowohl die christlicheGrundlage als auchdenAntisemitismus, der Landbund sahdie»jüdischeRasse[…]alsvolkszersetzendesElement«.124Schönbauerwar unter anderem als Vertreter der Deutschnationalen bei den Friedensverhand- lungeninSt.Germainzugegen,seitNovember1922MitglieddesStaatsratesund seit 1927Mitglied der Strafrechtskommission, die ein gemeinsames deutsch- österreichischesStrafgesetzbuchausarbeitensollte.1251930zogersichzunächst aus dempolitischen Leben zurück,meldete sich dannnachdemStaatsstreich 1933mit einemAufsatz inder reichsdeutschenZeitschrift »Verwaltungsarchiv. Zeitschrift für Verwaltungsrecht und Verwaltungsgerichtsbarkeit« über die Ausschaltung des Nationalrates zuWort.126Unklar ist, ab welchemZeitpunkt sich Schönbauer für dieNationalsozialisten betätigte. 1940wurde ermitWir- kung von1938 in dieNSDAPaufgenommen.127Unbestrittenwar Schönbauers SympathiemitdemNationalsozialismusbereitsvor1938:ErwarseitMärz1934 Obmann der nationalsozialistisch orientierten Gesellschaft für Rechts- und Staatswissenschaft.WeitersgehörteerzudenVortragendenimantisemitischen Srbik undHans Voltelini an: vgl. Kalwoda, Ernst Schönbauer 309; so auch im hand- schriftlichenVorschlagaus1933,AÖAW,PersonalaktErnstSchönbauer. 121 AÖAW,Wahlen1937–1944, 1939.DerWahlvorschlagwurde1939 zunächst vonWlassak, Pintner,Radermacher undWengerunterzeichnet. ZweiTagenachdemTodWlassaksbe- tonteWengerdieWichtigkeitdiesesAntragsundfügtenochalsUnterstützerBittner,Srbik, Kralik,Wilhelm,Hirsch,Mewaldt,EggerundMeisterhinzu. 122 So die Information der Parlamentshomepage [http://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_ 01757/ – abgerufen 18.12. 2013]. Schönbauer hat auf der Liste der Deutschnationalen kandidiert, vgl.Kalwoda, ErnstSchönbauer286. 123 NähereszuSchönbauerspolitischerTätigkeit vgl.Kalwoda, Ernst Schönbauer286f.Be- achteaberdieAngabenaufderParlamentshomepage[http://www.parlament.gv.at/WWER/ PAD_01757/index.shtml – abgerufen 18.12. 2013], wonach Schönbauer zwischen No- vember1920undJänner1924keinemparlamentarischenKlubangehörte. 124 Berchtold,ÖsterreichischeParteiprogramme483. 125 Kalwoda, Ernst Schönbauer286; zurStrafrechtsreformsiehe460–462. 126 Schönbauer,AusschaltungdesNationalrates. 127 Kalwoda, Ernst Schönbauer293; Schartner, Staatsrechtler 261. RömischesRecht 281
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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