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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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tionenmachtenBeiträgezumgeltendenRechtaus.Brassloffverfasstenichtnur einen »Leitfanden der österreichischen Verfassungskunde für die Abiturien- tenkurse der österreichischenHandelsakademien«, sondern beschäftigte sich auchverstärktmitdemösterreichischenArmenrecht. Inseinenumfangreichen PublikationenfindensichaucheinigephilologischeundepigraphischeStudien. In späteren Jahrenwidmete er sich auchThemen der jüdischenReligionund Kultur:DieseSchriften, indenener aufdenEinflussdes römischenRechts auf dastalmudischeRechthinwies,kamenaufder»jüdischenSeite«nichtbesonders gut an.141 Brassloff war zwarmosaischenGlaubens, aber »absolut nicht aktiv jüdisch […],under [kam]auseinemkaumpraktizierendenHaus«.1421906heirateteer OttilieWeil,1431907kamihrSohnFriedrichLotharzurWelt.144Brassloffbetätigte sichauch (sozial)politisch. SeinSohnbeschrieb ihn1984: »Politischbeganner alssozialbewußterLiberalerunderst inderspäterenZeit, inden30erJahren, ist erMitgliedderSozialdemokratischenPartei geworden.«145Brassloff engagierte sich im sozialen (Bildungs)Bereich: Er war einer der ersten Lektoren in der Volksbildung, war ehrenamtlich bei der Rechtshilfestelle der GemeindeWien tätigundäußertesichauchpublizistischzuaktuellengesellschaftlichenFragen– sobeispielsweise zudenEntwürfeneinesEhegesetzes.146 Nach dem »Anschluß« wurde Brassloff stufenweise entrechtet: Zunächst bekam er als »Nichtarier« ein Lehrverbot, es folgte eine Beurlaubung und schließlich eine Versetzung in den zeitlichen Ruhestand. Nach 1938 musste Brassloff, dessen finanzielle Lage immer schlechter wurde, zwei Mal seine Wohnungwechseln. ImAugust 1942wurdenStephanBrassloff und seineFrau OttilienachTheresienstadtdeportiertunddortumgebracht.147 g) FranzLeifer148 FranzLeifer, auseiner»altösterreichischenBeamtenfamilie«149stammend,kam am14.November 1883 inWien zurWelt.NachdemBesuchdes Staatsgymna- 141 InterviewmitFriedrichBrassloffdurchgeführtvonKonstantinKaiser1984, [http://access. cjh.org/429549–abgerufen18.12. 2013]S. 6 f. 142 Ebd. 143 GenTeam [http://www.genteam.at – abgerufen 18.12. 2013], Datenbank: Einträge aus jüdischenMatriken,Nr.292406. 144 Ebd.Nr. 93014. 145 InterviewmitFriedrichBrassloffdurchgeführtvonKonstantinKaiser1984, [http://access. cjh.org/429549–abgerufen18.12. 2013]S. 7. 146 Brassloff,NamensrechtderEhegatten. 147 OttilieBrassloff starbam21.9. 1942; StephanBrassloff starbam28.2. 1943. 148 Meissel, Wedrac, Römisches Recht 66–68; Kreller, Leifer; Pakes, Geschichte des Lehrkörpers131 f. Die rechtshistorischenFächer284
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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