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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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h) ArnoldHerdlitczka–StanislausPineles–SlavomirCondanari154 Arn(b)old Rudolf Herdlitczka155 studierte nach der Absolvierung des Akade- mischenGymnasiums und anschließendemMilitärdienst an der Technischen Hochschule inWienund anderWienerRechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät.Ab1927warHerdlitczka,derauchdiePrüfungzumwissenschaftlichen Bibliotheksdienst abgelegthatte, bis 1935beiderÖsterreichischenNationalbi- bliothek tätig.WährenddieserZeithabilitierte er sichbeiWoess für römisches Recht.Anfang1930 legteHerdlitczkaseineHabilitationsschrift»ZurLehrevom Zwischenurteil (pronuntiatio)beidensogenanntenactionesarbitrarie«vor,die GutachterWoess und Schönbauer waren sich bei der Beurteilung nicht einig. WährendWoess seinen Schüler positiv begutachtete, konnte Schönbauer der Arbeit nichts abgewinnen – er kritisiert sowohl diemethodische Vorgehens- weise als auch die Thesen Herdlitczkas.156 Trotz der Bedenken Schönbauers wurde Herdlitczka im Juni 1931 die venia legendi verliehen. VomWinterse- mester 1931/32 bis in das Wintersemester 1934/35 bot Herdlitczka unter- schiedlicheLehrveranstaltungenzumrömischenRecht–vondessenGeschichte bis zumSachenrechtundErbrechtüberPflichtübungenundRepetitorien–an derWiener Fakultät an. ImApril 1935wurdeHerdlitczka zumaußerordentli- chen Professor für römisches Recht in Innsbruck ernannt. Nach dem »An- schluß« setzte sichderDozentenbund für eineVersetzungHerdlitczkas ineine »protestantischeGegend« ein, da er als »Anhängerdes politischenKatholizis- mus« dort »kaumUnheil anrichten« könne.157 Im November 1939 wurde er schließlichindenRuhestandversetztkonnteerst1945seineLehrtätigkeitwieder aufnehmen. Stanislaus Pineles,158 Sohn eines Bauunternehmers, studierteRechtswissen- schaften inWien undHeidelberg. Er habilitierte sich 1891 an derUniversität Wien mit der Schrift »Zur Lehre vom Erwerb der Erbschaft und des Ver- mächtnissesnachrömischemundösterreichischemRecht«fürrömischesRecht. Bereits in dieser Schrift zeigt sich seine rechtsvergleichende Methode, die 154 WeiterswarauchFranzKlein für römischesRechthabilitiert.Erhattebereits seit1885die venia legendi für österreichisches Zivilprozessrecht, 1891 erweitert auf römischesRecht, vgl. zu ihm396–398. 155 6.4. 1896–15.8. 1984. Vgl. zu ihmWaldstein, Arnold Rudolf Herdlitczka; Lichtman- negger, Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 37–41; Pakes, Geschichte des Lehrkörpers93 f. 156 Lichtmannegger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 39. 157 Zit.n.Lichtmannegger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 40. 158 15.7. 1857–30.6. 1921 Wien, ein falsches Todesdatum (1. 7.) gibt der Nachruf von Brassloff imBerichtüber das Studienjahr 1920/21 an.Die in derNFPpublizierte Todes- anzeigenenntalsTodeszeitpunkt30. 6.Vgl.NFPvom2.7. 1921,Nr. 20417,S. 16.ZuPineles vgl. Brassloff, Nachruf;HugoKnoepfmacher, Pineles Stanislaus, in:ÖBLVIII (Wien 1983)82. Die rechtshistorischenFächer286
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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