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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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ausgetretene G‚ l später.268 Er fand eine neue Anstellung bei der Firma Ing. Kastner, bei der er auch nach demKrieg verblieb, als ihmdieUniversität die veniadocendiwiederzuerkannte; rechtshistorischpublizierteernach1945nur mehrwenig.Er starb1958. TheophilMelicher269warMittelschullehrer, der zunächst romanischePhilo- logiestudiertund1912denDr.phil.erworbenhatte,erstdanachstudierteerdie Rechtswissenschaftenundpromovierte1919zumJDr.AusderVerbindungvon Romanistik und Rechtsgeschichte erwuchs sein Interesse für dieWestgoten- rechte: 1930 habilitierte er sichmit einer Schrift über den »Kampf zwischen Gesetzes- und Gewohnheitsrecht im Westgotenreich«;270 1940 erschien eine Monographieüber »Die germanischen Formender Eheschließung imwestgo- tisch-spanischen Recht«.271Beide Schriftenwurden kritisch rezensiert, zumal sich Melicher umstrittener Methoden bediente: Zum ersten ging er von der Grundannahme eines gemeingermanischen Rechtes aus, das sich in seinen Grundzügen in allenGermanenstämmengleich entwickelt habe,was es recht- fertige, Forschungslückenmit Quellenmaterial anderer Germanenstämme zu füllen;272 zum anderen gliederte er seinen Stoff zu stark nach Begriffen des modernenRechts(z.B.Rechts-undHandlungsfähigkeit),wasvomRezensenten geradezu als »Vergewaltigung« des rechtsgeschichtlichen Befundes angesehen wurde.273 Inhaltlich jedoch passte insbesondere das zweite Buch zu den Be- strebungen gewisser NS-Kreise, vomPrinzip derMonogamie wieder abzurü- ckenund istdaherwohlauch imZusammenhangmitderAufnahmeMelichers indieNSDAPimApril 1940 zu sehen. SeineNähe zuklerikalenKreisen–u.a. war er seit 1921 Ehrenmitglied der CV–Verbindung »Alpenland« – führte je- doch zu einem Parteiausschlussverfahren (das bis Kriegsende nicht abge- schlossenwar)undmachteseineHoffnungenaufeineProfessuranderFakultät zunichte– sowohlwährendderNS-Zeit, als auchdanach, als seineParteizuge- hörigkeit bekanntwurde.274 268 MaschinengeschriebenesCurriculumVitae vom26.7. 1945,UAW, JPA306, fol. 013.Vgl. dazuschonOlechowski,Rechtsgermanistik93.ZumReligionsaustritt vgl. oben75. 269 10.8. 1890–19.4. 1970; vgl. Stradal, Theophil Melicher; Olechowski, Rechtsgerma- nistik90. 270 Melicher,Westgotenreich. 271 Melicher, Eheschließung. 272 Schultze,Rezension379. 273 Beyerle,Rezension555. 274 Olechowski,Rechtsgermanistik94 f. DeutschesRechtundÖsterreichischeReichsgeschichte 305
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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