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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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derte,dasBundeskanzleramtanzuschreiben,umdieGründefürdieVerhaftung inErfahrungzubringen.300AnstelleeinerAntworterließdasBundeskanzleramt am23.August einenBescheid,mit demHugelmann seinesDienstes enthoben und seine Bezüge umeinDrittel gekürzt wurden. Als Rechtsgrundlagewurde eine imGefolge des Februaraufstandes 1934 erlassene KwEG-Verordnung an- gegeben301 und begründend ausgeführt: »Der Umstand, dass Sie staats- und regierungsfeindlichen Verhaltens durch Aufrechterhaltung von Beziehungen mitnationalsozialistischenKreisendringendverdächtigsind, lässt Ihreweitere dienstlicheVerwendungalsordentlicherProfessorausGründenderöffentlichen Ruhe,OrdnungundSicherheit untunlicherscheinen.«302 Fastunmittelbardarauf gelangte einRufderUniversitätMünster anHugel- mann,wo ermit 1. Jänner 1935 seinAmtantratund fürdiePeriodevonApril 1935 bis März 1936 sogar zum Rektor gewählt wurde. »Damals konnte ein Märtyrer des Nationalsozialismus mit einer Karriere in Deutschland rech- nen.«303DasDisziplinarverfahrenanderUniversitätWiengelangte erst am22. Jänner 1935 auf die Tagesordnung der Disziplinarkammer; Disziplinaranwalt warmittlerweile Ludwig Adamovich, der erklärte, dass Hugelmann aufgrund seiner Berufung nachMünster nicht mehr der Disziplinargewalt derWiener Universität unterstehe. Auf seinenAntragwurde daher dieAnzeige zurückge- legt. Damit war der »Fall Hugelmann« für die Universität vorerst abgeschlos- sen.304–Nachdem»Anschluß«1938wurdeHugelmannEhrensenatorderUni- versität Wien, 1944 korrespondierendes Mitglied der Akademie derWissen- schaften inWien; Schönbauer berichtet, dass sichdieUniversitätWienmehr- mals vergeblich um eine Rückberufung Hugelmanns bemühte.305 Durch den KriegverlorHugelmannnichtnurseinHeiminMünster,sondernauchalledrei Söhne. 1944wechselteerandieUniversitätGöttingen,woerbiszuseinemTod 1959 lehrte. Das wissenschaftliche Werk Hugelmanns war sehr vielseitig, es umfasste 300 SchreibenHugelmannsandasRektoratvom1.8.1934,UAW,SenatS. 185.777,Karton302, GZ1206ex1933/34.HandschriftlicheNotizenSchönbauers,UAW,SenatS. 185.777,Karton 302, GZ 1206 ex 1933/34. Schreiben des Rektorats an das BKA,Generaldirektion für Si- cherheitswesen,vom10.8.1934,ÖStAAdR,BKA-I,Allg.,20g,Karton4459,Z.221.033/34. 301 §1VOderBReg23.2.1934BGBl120/1934 i.d.F.BG15.6.1934BGBl II 74/1934. 302 BescheiddesBKAvom23.8.1934,UAW,SenatS. 185.777,Karton302,GZ1206ex1933/34, Z218.131–3/34. 303 Lentze,GermanistischeFächer98. SiehezurTätigkeitHugelmanns inMünsterFelz, Im GeistederWahrheit 369–371. 304 VerhandlungsschriftüberdieSitzungvom22.1.1935,UAW,SenatS. 185.777,Karton302, GZ1206ex1933/34. 305 Schönbauer, Hugelmann 383.WilhelmWegener, Hugelmann,Karl, in: NDBX (Berlin 1974)10,berichtetallerdingsauch,dassHugelmannmittlerweileKritikanderNSDAPübte unddiese daher seineRückberufung vereitelte. Aktenmäßige Belege dazu konnten nicht gefundenwerden. Die rechtshistorischenFächer310
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938