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richtungdesphysikalischen Instituts undEinleitungdesNeubauesder beiden
chemischen InstitutederWienerUniversität«.429
1917, nach seinerDemissionalsMinister, kehrte er andieUniversitätWien
zurückundwurde imMai 1918vonKaiserKarl I. zumordentlichenProfessor
ernannt.430 Bereits ein Monat später, am 25. Juli 1918, wurde Hussarek zum
MinisterpräsidentenderösterreichischenReichshälfte ernannt.431Unter seiner
MitwirkungwurdedasManifestvom16.Oktober1918erstellt.NeunTagespäter
legte er sein Amt nieder, seineNachfolge trat am 25.OktoberHeinrich Lam-
maschan.SeinStatusanderWienerFakultätwarzuBeginnderErstenRepublik
zunächst unklar. Zwar war er noch Präses der rechtshistorischen Prüfungs-
kommission,dochsolltesichauchdas,aufgrundeinerInitiativederWienerund
derGrazer Fakultät auf eineneueZusammensetzungderPrüfungskommissio-
nenmitRücksicht aufdie staatsrechtlichenUmwälzungen,ändern.Der fürdas
Unterrichtswesen zuständigeUnterstaatssekretärOttoGlöckel strichHussarek
eigenhändigausderneuenListederPrüfungskommissäre.432
ImJuli1921stelltedasProfessorenkollegiumderWienerjuridischenFakultät
unterVorsitzdesDekansKelsenfest,dassHussareks»veniadocendi[…]wieder
aufgelebt istunddassdiesersohinberechtigt ist,anderjuristischenFakultätals
PrivatdozentVorlesungen zuhalten«.433Weiters dürfe erden 1900 verliehenen
Titel des ordentlichen Professors weiterführen – eine Bestätigung seitens des
Ministeriums erfolgte einen Monat später. Angefangen vomWintersemester
1921/22 unterrichteteHussarek bis zu seinemTode (ab 1928 alsHonorarpro-
fessor)434 an derWiener Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Er las
»ÜberEinheit undTrennungvonKircheundStaat«, »AusgewählteLehrenaus
demKirchenrecht«wie auch in späteren JahrendieHauptvorlesung zumKir-
chenrecht und hielt daneben kirchenrechtliche Pflichtübungen. Plöchl be-
schrieb seinen Lehrer als »ausgezeichnete[n] Vortragende[n], der, klar und
präzis, denHörern seinFach interessant zumachenverstand. Erwar auch ein
liebenswürdigerundgerechterPrüfer«.435
Hussareks wissenschaftliches Werk konzentrierte sich vor allem auf das
Staatskirchenrecht und die Kirchenrechtsgeschichte.Über Hussareks Werke
schwärmte Plöchl: »Am schönsten sind diese beiden Richtungen in seinem
429 WillibaldPlöchl,HussarekvonHeinlein,MaxFreiherr, in:NDBX(Berlin1974)86.
430 Ah. Entschließung vom1.5. 1918,ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ.Wien, Karton 611,
PersonalaktHussarekMax.
431 UAW, JPA326 (MaxHussarek), 023.
432 Plöchl,MaxHussarekals akademischerLehrer88 f.
433 SchreibendesDekansKelsenandasUnterrichtsministeriumvom16.7. 1921 (Abschrift),
UAW, JPA326 (MaxHussarek), 001.
434 ErnennungHussareks zumHonorarprofessor,ÖStA AVA, Unterricht Allg., Univ.Wien,
Karton607,Kirchenrecht,Z23060-I/28.
435 Plöchl,MaxHussarekals akademischerLehrer90. Die
rechtshistorischenFächer330
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik