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das»LehrbuchdeskatholischenKirchenrechtes«aus1931unddaseinTeilgebiet
umfassendesWerkvonHussarek»GrundrissdesStaatskirchenrechtes«.494
b) DieWiener kirchenrechtlicheSchule495
MitHussarek,»der inseinerZeitwohlalserster inÖsterreichnachdemVorbild
von Ulrich Stutz auch die ›Kirchliche Rechtsgeschichte‹ in sein Vorlesungs-
programmaufgenommenhatte«,496undganzbesondersmitKöstlerwurdedie
WienerkirchenrechtlicheSchulebegründet.Diesehatteu.a.einenSchwerpunkt
auf der Kirchenrechtsgeschichte und pflegte diese nicht nur –wie bereits die
»ältere kirchenrechtliche Schule« in der Forschung sondernübernahmdiesen
AnsatzauchinderLehre.GrossundauchseinSchülerHussarekkonzentrierten
sich insbesondereaufdieDogmatikdesKirchenrechtsunddasösterreichische
Staatskirchenrecht.497Währendbisdahinsomit»dasKirchenrecht inWien,wie
auchsonstgewöhnlich,dogmatischvorgetragenwurdeundnachdemgleichfalls
soangelegtenLehrbuchvonGroßgelernt«498wurde, lehrteKöstlerzunächstdas
KirchenrechtaushistorischerPerspektive.SeineForschungstätigkeitbezogsich
vor allem auf die »Institutionengeschichte und Dogmatik des geltenden Kir-
chen-undStaatskirchenrechtsundnichtmehr [aufdie]ErforschungundEdi-
tionderälterenKirchenrechtsquellen«.499
Der Studienordnung folgend unterteilte Köstler die kirchenrechtliche
Hauptvorlesungab1936 inzweiTeile: ImSommersemesterwurdedreistündig
dieGeschichte und imWintersemester vierstündig das geltendeKirchenrecht
gehalten.500Köstler begründete diese Entscheidungwie folgt: »DieseMethode
hatte für denRechtshörermeines Erachtens einendoppeltenVorteil: er lernte
vorallemdashistorischeKirchenrechtkennen,daser fürsbessereVerständnis
des heutigen Rechtes braucht, und zum anderen wurde die Lehre von den
Rechtsquellen, die imLehrbuch vonGroßüber 30 Seiten inAnspruch nimmt
und in der dogmatischen Vorlesung in einem Zug vorgetragen und dadurch
langweiligwurde,auffünfPeriodenverteiltundzugleichaucheingeschränkt.«501
494 So inWachlowski,Kirchenrecht (Rechtsgeschichte)15abgedruckt.
495 Vgl. auchGrass,RudolfKöstlerundUlrichStutz259–263.
496 Grass, JuliusvonBombiero-Kremenac´ 508.
497 Grass,ÖsterreichischeKanonistenschulenausdrei Jahrhunderten383.
498 Köstler, Selbstdarstellung96.
499 Grass,ÖsterreichischeKanonistenschulenausdrei Jahrhunderten410.
500 DieseAufteilungergibtsichausdenVorlesungsverzeichnissen(1936–1938).Köstlerselbst
schreibt inseinerSelbstdarstellungGegenteiliges:»SeitderVerteilungderHauptvorlesung
aufzweiSemester las ichimlängerenWintersemestervierstündigüberdieGeschichteund
im Sommersemester dreistündig über das System des Kirchenrechts.« Köstler, Selbst-
darstellung96.
501 Köstler, Selbstdarstellung96. Die
rechtshistorischenFächer340
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik