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f) HeinrichKlang84
HeinrichKlang kamals SohndesVersicherungsfachmannes JamesKlangund
seiner FrauKaroline, geboreneRooz, am15.April 1875 inWien zurWelt.85Er
besuchtedasFranz-Josephs-Gymnasium inderHegelgasse inWien.Zu seinen
KlassenkameradengehörtenHugoBettauer,KarlKraus,SiegfriedTürkel86sowie
späterauchRobertRitter v.Mayr.87Klangstudierte JusanderWienerFakultät,
hörteRömischesRechtbeiAdolfExner,wasseinInteressefürdiesesFachweckte
undbegeisterte sich in Folge auch für bürgerlichesRecht.NachdemStudium
schlug Klang die Richterlaufbahn ein: Aus dieser Tätigkeit entsprangen auch
seineerstenPublikationen:SowarereinigeJahreamBezirksgerichtLangenlois
tätig. »Die strafrechtliche Tätigkeit war durch denwirtschaftlichen Charakter
desBezirkesbestimmt, indemhauptsächlichWeinbaubetriebenwurdeundes
fast keine Industrie und nur wenig Armut gab. […] Ein Geschäft dieser Art
›Ankauf vonWeingärten aufAbzahlenmit demLesen‹, einmit Eigentumsvor-
behalt verbundenes Ratengeschäft über Weingärten, veranlaßte meine erste
wissenschaftliche Arbeit, die unter demTitel ›Ein Ratengeschäft über Immo-
bilien‹ in derGerichtszeitung 1903 erschien.«88Auchdie später folgendenPu-
blikationen Klangs waren durch von ihm verhandelte Fälle inspiriert, seine
Werkliste, die imposante 776 Positionen aufweist, umfasst Arbeiten ua. zum
Exekutionsrecht, zumWährungsrecht und zumMietrecht. In seinemNachruf
schreibt Fritz Schwind, dass Klangs »besondere Liebe […] dem Sachenrecht
[galt], das er nicht nur in seinenVorlesungen immer wiedermeisterhaft zur
Darstellung brachte, sondern dem er auch eine Reihe vonMonographien ge-
widmethatunddaserindemgroßen,führendenKommentar,derseinenNamen
trägt, auch selbst bearbeitete.«89 Dieser eben erwähnte »Klang-Kommentar«
nimmtinderösterreichischenZivilistikeineganzbesondereStellungein.Klang
begann seine Arbeiten an diesemWerk 1926 und gewann 16Autoren für die
KommentierungdereinzelnenParagraphendesABGB;aucherselbstübernahm
große Partien.VieleWiener Fakultätsmitglieder warenunter denAutoren des
Kommentars: Emanuel Adler, Robert Bartsch, Arthur Lenhoff, Oskar Pisko,
AchillesRappaport, Josef Schey,WilhelmSchlesinger,GustavWalker undKarl
Wolff.
84 ThomasOlechowski,Klang,HeinrichAdalbert,in:ÖBLonline[http://www.biographien.ac.at/
oebl/oebl_K/Klang_Heinrich-Adalbert_1875_1954.xml] (1.3.2011/23.12.2013).
85 Zu familiärenVerbindungenzurEhrenzweigfamilie siehe369–371.
86 Dreizehnter Jahresberichtüberdask.k.Franz-Joseph-GymnasiuminWien.Schuljahr1886/
87, 52.
87 AchtzehnterJahresberichtüberdask.k.Franz-Joseph-GymnasiuminWien.Schuljahr1891/
92, 10.
88 Klang, Selbstdarstellung118.
89 F. Schwind,HeinrichKlang47.
Privatrecht 359
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik