Seite - 360 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Seine Richterlaufbahn führte ihn 1918 an das Wiener Landesgericht für
Strafsachen und schließlich 1925 an das OberlandesgerichtWien.90Zu seiner
Habilitation 1923 schreibt Klang in seiner Selbstdarstellung wie folgt: »Im
Herbst1922brachte ichaufAnregungmeinesFreundesProf.PiskoeinGesuch
umHabilitierung als Privatdozent für bürgerlichesRecht ein. Dieswurde von
der Fakultät unter Nachsicht des Colloquiums und des Probevortrags bewil-
ligt.«91AlsHabilitationsschrift hatteKlangdasWerk»Unerschwinglichkeitder
Leistung« eingereicht, die Arbeit wurde von Schey undHupka begutachtet.92
ZweiJahrespäter–imJuli1925–wurdeKlangderTiteleinesaußerordentlichen
Professorsverliehen.93Bereits 1923warKlanganderRedaktionderZeitschrift
»JuristischeBlätter«beteiligt, von1928bis 1938warerderenHerausgeber.
Bereits früh entdeckte Klang sein politisches Interesse – so war er in der
SchulebesondersanGeschichte interessiert–»eifrigeBeschäftigungmitdieser
erweckte auchmein Interesse für Politik, das mich veranlaßte, während der
letzten Gymnasialjahre Sitzungen des österreichischen Abgeordnetenhauses
unddesniederösterreichischenLandtageszubesuchen«94–wieersichinseiner
Selbstdarstellung erinnert. In der Ersten Republik trat Klang der Bürgerlich-
Demokratischen Partei bei, zu derenGründer FranzKlein und der Botaniker
RichardWettstein gehörten. ZudenMitgliedern dieser Partei zählte auchEd-
mundBernatzik.95Klangübte verschiedeneFunktionen inderParteiorganisa-
tion aus: Sowar er 1920Obmannstellvertreter der Bezirksorganisation Josef-
stadt, seinVerdienstwardie gelungeneFusionmit derDemokratischenPartei
und 1923 wurde Klang als Kandidat bei den Nationalratswahlen aufgestellt,
konnte jedoch keinMandat erringen.96 1926übernahmKlang die Leitung der
Bürgerlichen-demokratischen Partei, die sich jedochwie bereits bei den ver-
gangenenWahlenauchbei derNationalratswahl 1927keinesErfolges erfreuen
konnte. »Ich trat in allen siebenWienerWahlkreisen als Listenführer auf und
habe in vierWochen in über sechzig Versammlungen gesprochen. Nach dem
vorausgesehenenDurchfallwar ichvölligheiserunderschöpft, sodaß ichmich
zunächst zur Erholung auf den Semmering begebenmußte, ehe ich meinen
Dienst wieder antreten konnte. Die Partei bestand formell noch weiter, ihre
Tätigkeitwarabergering.«97–soKlangüberdasEndeseinerpolitischenArbeit.
90 Gößler,Niklas,Klang283 f.
91 Klang, Selbstdarstellung125.
92 BMU vom 15.3. 1923,ÖStA AVA, Unterricht Allg., Univ.Wien, Karton 611, Personalakt
KlangHeinrich.
93 BMUZ18834/1925,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton611,PersonalaktKlang
Heinrich.
94 Klang, Selbstdarstellung117.
95 Wache, Parteileben5.
96 Klang, Selbstdarstellung125.
97 Klang, Selbstdarstellung130. Die
judiziellenFächer360
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik