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i) KarlWolff121
Nur ganz amRande desUntersuchungszeitraums verweilte KarlWolff an der
Wiener Fakultät. Er war am11.Februar 1890 in Peterwardein [Petrovaradin /
RS] als Sohn einesHauptmann-Auditors auf dieWelt gekommen, absolvierte
sein rechts- und staatswissenschaftliches Studium inWienundverbrachte an-
schließendeinSemesterbeiEmilStrohalinLeipzig.Wolffpromovierte1913und
wurde im gleichen Jahr für drei bergrechtlichen Schriftenmit dem Preis der
Samitsch-Stiftung ausgezeichnet. 1915 habilitierte er sich für österreichisches
PrivatrechtmitdemWerk»DieBelastungsübernahme«anderUniversitätWien.
Charakteristisch für seine Arbeiten ist die Anwendung mathematischer Me-
thoden.122 ImStudienjahr 1917/1918 scheint imPersonalstandverzeichnisKarl
Wolff alsPrivatdozent fürösterreichischesPrivatrechtundalsMitgliedder ju-
diziellen Staatsprüfungskommission auf.123 Im Sommersemester 1918 bot er
zwei Lehrveranstaltungen an der Wiener Fakultät an: eine Vorlesung zum
österreichischenObligationenrechtundeinRepetitoriumundKonversatorium
desbürgerlichenRechts. Imgleichen Jahrwurdeer andieUniversitätCzerno-
witz berufen »NachdemdieseUniversität rumänischwurde, kehrte ich im Juli
1919wieder nachWienzurück«– schreibt er in seinemLebenslauf. Zurück in
Österreich lehrteerzunächstalsHonorardozent inInnsbruck,wurde1920zum
außerordentlichen und 1921 zum ordentlichen Professor für österreichisches
Zivilrechtander InnsbruckerFakultät.Dortbleibt erbis zurMachtübernahme
durchdieNationalsozialisten–mitdemHinweisaufseineHerkunft,sowieseine
»Feindseligkeit gegendieBewegung«und»Charakterlosigkeit«wurdeWolff in
denRuhestandversetzt.124NachdemZweitenWeltkrieg erfolgte seineRehabi-
litierung, und Wolff wurde zum Ordinarius in Wien ernannt. Er starb am
17.August 1963.
j) RobertBartsch125
DerältesteSohndesRichtersHeinrichBartsch,RobertBartsch,kamam23. Juli
1874inMödlingzurWelt.ErbesuchtedasSchottengymnasiuminWien,woder
121 Lichtmanneger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 132–137.
122 Lichtmanneger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 132.
123 PersonalstandverzeichnisderUniversitätWien1917/18.
124 Lichtmanneger,Rechts-undStaatswissenschaftlicheFakultät 136mwN.
125 RobertBartschhataußerderkurzenSelbstdarstellunginderSammlungvonGrass(zitiert:
Bartsch, Selbstdarstellung) eineweit ausführlichereAutobiographe geschrieben, die je-
dochzuLebzeitennichtveröffentlichtwurde; eineEditiondurchHerrnao.Univ.-Prof.Dr.
GeraldKohl, ist dzt. inArbeit undkonnte für die gegenständlicheMonographie benutzt
werden,wofürwirProf.Kohlherzlichdanken.
Privatrecht 365
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik