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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Strafrechtler »FerdinandKadecˇka […]oft [s]ein Sitznachbar […]war«.126An- schließend studierte er ab1892Rechts-undStaatswissenschaften inWien, be- sondersinErinnerungsindihmvonseinenakademischenLehrernderRomanist Adolf Exner, der Germanist Heinrich Siegel, der »ernste Volkswirtschaftler« Philippovich und der »sarkastische Spötter« Edmund Bernatzik geblieben.127 Nach seinerPromotion1898 tratBartsch indenGerichtsdienst einundabsol- vierte eineinhalb Jahre später dieRichteramtsprüfung. SeineTätigkeit amBe- zirksgerichtWieden inWien ermöglichte ihmdieweitereVerfolgungwissen- schaftlicher Interessen: »Wissenschaftliche Arbeit hatmich von jeher gefreut undmeinebisherigenErfolge inSeminarien, die ich auchnachErlangungdes Doktorgradesfleißigbesuchte,gabenmitHoffnung,daß ichetwaswürdeleisten können.«128 Er beschloss, sich zu habilitieren und fand zunächst in Ludwig Mitteis einen Förderer seiner wissenschaftlichenWeiterbildung. Dies währte jedochnur kurz –Mitteis ging 1897 nachLeipzig undBartsch blieb ohneAr- beitsthemazurück. EinFamilienrechtsfall beiGericht inspirierte ihn zumVer- fassenseineserstenWerkeszumThema»RechtderFraualsGattinundMutter«. DieSchrift entstandwährend seinerZeit als Juristenpräfekt anderTheresiani- schenAkademie. Zunächst als rechtsvergleichendeArbeitmit einer rechtshis- torischenEinleitunggedacht, »drohtedie [historischeEinleitungdie] geplante Darstellung des geltenden Rechts ganz zu überwuchern«.129 Schließlich folgte Bartsch dem Anraten seines Kollegen Josef Mauczka und konzentrierte sich alleinaufdenhistorischenTeil,mitderAbsicht, sichnicht fürösterreichisches Privatrecht sondernnunfürRechtsgeschichtezuhabilitieren.»Zwei Jahrenach meinemEintrittindasTheresianumwardieArbeitfertig,sieerschienunterdem Titel: ›DieRechtsstellungderFraualsGattinundMutter‹ imJuli1903[…].Das Buchwar ohne Patronanz eines Professors bei Themenwahl undAusführung verfaßt, es war nicht die Bearbeitung einer Einzelfrage in monographischer Form,wiesiedas19. Jahrhundertpflegte,sonderneineZusammenschau,wiesie erst die neueste Zeit wieder schätzt.«130 Bartsch kontaktierte Ernst Schwind bezüglich seinesHabilitierungswunsches, dieser riet ihmvorerst noch ein Se- mester inMünchenbeiKarl v. Amira zu verbringen,wasBartschmachte und sichdort indie altnordischeRechtsgeschichte vertiefte.Nach seinerRückkehr »fand Schwind, daß zur Habilitierung noch eine zweite Arbeit nötig sei.«131 BartschverfasstediesezumEhegüterrechtdes16. Jahrhunderts,undstelltenun dasoffizielleGesuchumHabilitierung.AlsGutachter in seinemHabilitations- 126 Bartsch, Selbstdarstellung22. 127 Bartsch, Selbstdarstellung22. 128 Bartsch, Selbstdarstellung23. 129 Bartsch, Selbstdarstellung25. 130 Bartsch, Selbstdarstellung26. 131 Bartsch, Selbstdarstellung26. Die judiziellenFächer366
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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