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kehrteauchnichtmehrnachWienzurück,sondernwandtesichandiebritische
Akademikerhilfe mit der Bitte um Vermittlung einer Lehrstelle, was jedoch
scheiterte.Mit22.April1938wurdeseineLehrbefugnisanderUniversitätWien
widerrufen.181LenhoffwanderteschließlichimRahmeneinerVortragsreise1938
nachAmerikaaus,woihmFelixFrankfurter1939verhalfanderUniversitätvon
Buffalo,woLenhoffabermalseinrechtswissenschaftlichesStudiumabsolvieren
musste,182Fuß zu fassen.Er starbam20. Juni 1965.
3. DieuniversitäreLehre1918–1938
SowohldieStudienordnungaus1893alsauch jeneaus1935sahen fürdasFach
»Österreichisches Privatrecht« Pflichtvorlesungen im Ausmaß von 18 Wo-
chenstundenaufgeteilt auf zwei Semester vor.ZusätzlichmusstenachderStu-
dienordnugaus1935mindestenseinePflichtübungimzweitenStudienabschnitt
besucht werden. Die Hauptvorlesungen zumPrivatrecht wurden aufgeteilt in
»AllgemeinesbürgerlichesRecht I.Teil (AllgemeineLehrenundSachenrecht)«
und »Allgemeines bürgerliches Recht II. Teil (Obligationen- Familien- und
Erbrecht)«.InderRegelwurdenbeideHauptvorlesungenjedesSemesterparallel
vondenzweiLehrstuhlinhabernangeboten.AbdemSommersemester1936hielt
auchderOrdinariusfürrömischesRechtErnstSchönbauergemeinsammitdem
Privatdozenten Heinrich Demelius Hauptvorlesungen zum österreichischen
Zivilrecht; dagegen schränkte Gustav Walker, der Ordinarius für Zivilrecht,
seine zivilrechtlicheLehrtätigkeit ein.Das Spektrumder angebotenenSpezial-
lehrveranstaltungen erstreckte sich im Untersuchungszeitraum auf verschie-
dene Gebiete des Privatrechts: Emanuel Adler konzentrierte sich auf das Ur-
heber-,Patent-,Marken-undMusterrecht, indiesemGebiethieltauchHeinrich
Mitteis im Sommersemester 1936 eine Vorlesung zum »Recht der geistigen
Arbeit (Urheberrecht)«.183Robert Bartschwarder Spezialist für das Fürsorge-
recht und »Soziale Fragen im bürgerlichen Recht«. Heinrich Demelius und
Heinrich Klang hielten Spezialvorlesungen zumMietrecht, Grundbuchsrecht
undWohnungsanforderungsrecht. Arthur Lenhoff behandelte dasösterreichi-
scheArbeitsrecht,dasErbrechtunddasEherechtvertiefend.Spezialvorlesungen
zumösterreichischenPfandrechtbotAchillRappaportan.ZuBeginnderErsten
Republikwurden die durch die Teilnovellen erfolgtenÄnderungen eigens be-
handelt sobspw.durchArthurLenhoff imWintersemester 1919mitderVorle-
181 UAW,Rekt.Akt677ex1937/38.
182 Feichtinger,Wissenschaft zwischendenKulturen258.
183 DieseGebietescheinenzwarindenVorlesungsverzeichnissenunterPrivatrechtauf,werden
indieserMonographie jedoch imKapitelHandels-undWechselrechtbehandelt.
Privatrecht 375
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik