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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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1917 an der UniversitätWien für das Fach zivilgerichtliches Verfahrensrecht habilitierte.265 EhrenzweigswissenschaftlicheBedeutung liegt aberwenigeraufdemVerfah- rensrechtalsvielmehraufdemGebietdesPrivatversicherungsrechts,woerindie Fußstapfen seines Vaters (des Herausgebers der »Oesterreichischen Versiche- rungszeitung«unddes »Assecuranz-Jahrbuchs«)undseines älterenBruders ge- treten war und 1908 im Assecuranz-Jahrbuch einen Entwurf eines Versiche- rungsvertragsgesetzesveröffentlichthatte,waszueiner literarischenKontroverse mit JosefHupka führte, aberdieErlassungderVersicherungsordnung1915we- sentlichbeeinflusste.KeinezweiMonatespäter, am1. Jänner1916,wurdeAlbert Ehrenzweig indasInnenministeriumberufenundmitderLeitungderAbteilung fürVersicherungsaufsichtbetraut;dieseRechtsmateriewurdeauf seinBetreiben hin 1921 völlig neugeregelt.266AllerdingswurdeEhrenzweig, seit 1919Ministe- rialrat, bereits im Juli 1923 imAlter von 48 Jahren auf eigenemWunsch inden Ruhestand versetzt, Meinungsverschiedenheiten um die Reform der von ihm geleitetenAbteilung dürften dafür denGrund gegebenhaben; Ehrenzweig, der anlässlich der Pensionierung noch mit dem Titel eines Sektionschefs ausge- zeichnetwordenwar, ging indiePrivatwirtschaft undwar fortan imRückversi- cherungswesen tätig. Daneben setzte er seine Lehrtätigkeit an der Universität Wien fort,wo ihmschon1921derTitel einesao.Professorsverliehenundseine veniaaufdasPrivat-undSozialversicherungsrechtausgedehntwordenwar.1935 erschien sein zweibändigesWerk »Versicherungsvertragsrecht«, welches die – einander sehr ähnlichen–RechtsordnungenDeutschlands,Österreichsundder Tschechoslowakei gemeinsambehandelteund1952nocheinezweiteAuflageer- lebensollte. Infolge des »Anschlusses« wurde Albert Ehrenzweig aufgrund seiner jüdi- schenAbstammungdie Lehrbefugnis entzogen.Nachdem seine beiden Söhne Albert jr. und Anton schon 1938 ausgewandert waren, emigrierte Albert Eh- renzweig sen.mit seinerFrauEmma1939zunächst indieNiederlande,1940 in dieUSA.1949 kehrte er nachWien zurückundwurde zumHonorarprofessor derUniversitätWienernannt; er starbam16.Dezember1955 inWien.267 265 UAW,SenatS. 304.205,PersonalblattAlbertEhrenzweigsen.Vgl.dazuundzumFolgenden auchDemelius,NachrufaufAlbertEhrenzweig;Mair, Zivilverfahrensrecht326. 266 Ks VO vom 22.11. 1915 RGBl 343/1915; VO vom 7.3. 1921 BGBl 141. Vgl. Kerber, Ehrenzweig110 f sowieausführlichOgris,Versicherungsaufsichtsrecht86 f. 267 Demelius,NachrufaufAlbertEhrenzweig;Mair, Zivilverfahrensrecht328 f. Die judiziellenFächer394
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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