Seite - 406 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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bis 1948vierAuflagen erlebte.Nichtmehr indie vierteAuflage aufgenommen
wurdeallerdingsdieanfangsnochdarinenthalteneErzählung»Derkleineund
der große Baumeister«, in der SperlAdolfHitler als den »größten Baumeister
allerZeiten«anpries…314
1942 wurde Sperl als Ehrenmitglied in die Akademie der Wissenschaften
aufgenommen; er starb97-jährigam3.März1959 inWien.
3. GustavWalkerundder ILA-Kongress inWien1926
GustavWalkerwarab1924ordentlicherProfessordesBürgerlichenRechts,doch
hatte er sich ursprünglich für Zivilverfahrensrecht habilitiert und »tauschte«
seinenzivilrechtlichenLehrstuhl gegen jenenSperlsnachdessenEmeritierung
1933,315weshalb erandieserStellebehandeltwerdensoll.
Walker316war 1892 zum JDr. promoviert worden und hatte 1894 die Richter-
prüfung abgelegt. Nach Tätigkeit an verschiedenen Gerichten wurde er mit
31.August1895indasJustizministeriumberufen,woerFranzKleinzugeteiltwurde
undvorwiegendmitFragendesinternationalenRechtsbetrautwar,sichaberauch
ausgiebigmit der Zivilprozessreform imAllgemeinen beschäftigen konnte.1897
unternahmereineStudienreisenachLeipzigundGöttingenundreichte imselben
Jahr, noch während der Legisvakanz der ZPO, seine Habilitationsschrift über
»Streitfragen aus dem internationalen Civilprocessrechte unter besonderer Be-
rücksichtigungderneuenösterreichischenCivilprocessgesetze«beiderRechts-und
Staatswissenschaftlichen Fakultät ein; auf Grundlage der Gutachten von Anton
MengerundEmilSchrutkawurde ihmimMai1898dievenia fürösterreichisches
zivilgerichtlichesVerfahren erteilt.317 1907wurde er zumaußerordentlichen Pro-
fessor inInnsbruckernannt.»ErfühltesichdortausverschiedenenGründennicht
314 Vgl. dazuschonMair, Zivilverfahrensrecht 345.
315 Schima, Walker 12. Ein aktenmäßiger Beleg für diesen »Tausch« existiert leider nicht,
weshalb dieRechtsnatur diesesVorgangs unklar ist; gleichwohl findet er imVorlesungs-
verzeichnis seineDeckung.
316 21.4. 1868–1.1. 1944; vgl.ÖStA AVA, Unterricht Allg., Univ.Wien, Karton 615, Perso-
nalaktWalkerGustav;Mair, Zivilverfahrensrecht 334–336.
317 DasHabilitationsverfahrenwarmit16Monatenaußergewöhnlich langundoffenbarnicht
ganzmühelos:NachErstattungderGutachtenwarWalkermitallengegeneineStimmezu
denweiterenHabilitationsschritten zugelassenworden, nach demKolloquiumwaren es
vier Stimmen,nachdemProbevortrag fünf Stimmen, die fürWalker votierten, sodass er
letztlich äußerst knapp,mit sieben positiven Stimmen, habilitiert wurde: Schreiben des
DekansandasMinisteriumvom30.5. 1898,Z1165ex1897/98,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,
Univ.Wien,Karton615,PersonalaktWalkerGustav.AllerdingsmeintSchima,Walker12,
dass das Buchnochnach 50 Jahren führend für alle Problemedes internationalenZivil-
prozessrechts« sei. Die
judiziellenFächer406
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik