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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Brüssel gegründet, war eine der ältesten und bedeutendsten internationalen juristischenVereinigungenundveranstalteteetwaalle1–2 Jahre internationale Tagungen. Bereits im folgenden Jahr, vom5. bis zum11.August 1926, fand in Wien die 34. Tagung der ILA statt, bei derWalker zum Präsidenten gewählt wurde.Dieswar eine hoheAuszeichnung angesichts der Persönlichkeiten, die bis dahin die Präsidentschaft ausgeübt hatten. Zu nennenwären etwa derVi- zekönigvonIndienRufusIsaacs,MarquessofReading(Präsidentder29.Tagung in Portsmouth 1920) oder der ehemalige schwedischeMinisterpräsident (und Vater des späteren UN-Generalsekretärs), Hjalmar Hammarskjöld (Präsident der 33. Tagung in Stockholm 1924); beide kamen auch zurWiener Tagung.335 Auf derTagesordnung stand eineGeneralversammlung, für die sieben Spe- zialkomitees Berichte vorbereitet hatten (von Rechtsfragen der Territorialge- wässer,überMinderheitenrechtebiszurLuftschifffahrtundderBehandlungdes unlauterenWettbewerbs), sowie je eine Sektionüber die Behandlung vonGe- setzeskonflikten (mit drei Komiteeberichten zum internationalenWarenkauf, zumKonkursrecht und zur internationalen Schiedsgerichtsbarkeit) und eine Sektion für See- undHandelsrecht (mit ebenfalls drei Komiteeberichten). Die Sektion für internationalesPrivatrecht erarbeitete einenEntwurf für ein inter- nationales Abkommen zur Vereinheitlichung verschiedener Regelungen des internationalen Privatrechts (u.a. des »ordre public«); die unter dem Präsi- denten des deutschen Reichsgerichts Walter Simons tagende Neutralitäts- rechtssektion sprach sich u.a. für die Anwendung der Genfer internationalen EisenbahnkonventionundHafenkonvention1923aufdasSeewesenaus.Walker selbst leitete die Sektion zumKonkursrecht, bei derProf. Borgins ausLondon den Entwurf für ein internationales Konkursrecht präsentierte, durch das in- besondere das im In- und Ausland befindliche Vermögen eines Schuldners gleichermaßen indieKonkursmasse einbezogenwerdenkönnensollte.Walker konnte in seiner Schlussrede betonen, dass der Kongress »die Vertreter der verschiedenenVölker einandernähergebracht«hatte.336 1931wurdeWalker vonderBundesregierung indenVerfassungsgerichtshof berufenundbliebhierbis zudessen formellerAuflösung1934 imAmt.Dessen Rechtsnachfolger imStändestaat,demBundesgerichtshof,gehörteWalkernicht mehran,dochwurdeernunvomBundespräsidentenindenStaatsrat,einesder vier»vorberatendenOrgane«fürdieBundesgesetzgebung,berufenundwarhier bis 1938 Vorsitzender des Rechtsausschusses.337 Klang schreibt in seinem Nachruf, dassWalker »kein begeisterter Anhänger« der Verfassung 1934war, 335 Hofmannsthal, Entwicklung; vgl. auch die Ankündigung in derÖsterreichischenAn- waltszeitung3 (1926)157–158. 336 Zit.n. Spitzer, Ergebnisse243. 337 Mair, Zivilverfahrensrecht335. Die judiziellenFächer410
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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