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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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a) Rudolf Pollak Rudolf Pollak344 wurde 1864 inWien als ältester Sohn des nachmaligen Be- gründers,Miteigentümers undHerausgebers des »NeuenWiener Tagblattes«, Heinrich Pollak345, geborenundpromovierte 1887 zum JDr.; 1889 legte er die Richteramtsprüfungab,1893auchdieAdvokatursprüfung.DanebenwarPollak aber auch wissenschaftlich tätig und veröffentlichte mehrere Aufsätze, 1892 reiste er nachLeipzig, umdort dieVorlesungendesZivilprozessualistenAdolf Wachzuhören. 1894habilitierteersichanderUniversitätWienmiteinerSchrift überdas»GerichtlicheGeständniss imCivilprozesse« fürZivilprozessrechtund Verfahren außer Streitsachen, in der er der herrschendenLehre entgegen trat, dassdasGeständniseinAktderParteiendispositionsei;vielmehrhandleessich um ein Beweismittel mit bindender Beweiskraft. Auchwenn sich seine Lehre nicht durchsetzenkonnte, so fanddie Schrift doch auch international viel Be- achtung. Ab 1897 amHandelsgerichtWien tätig, wechselte Pollak 1912 zum OberlandesgerichtWienund1920zumOGH,woer1922zumHofratdesselben ernanntwurde.ParalleldazuwarPollakab1898alsProfessor fürHandelsrecht undRechtsverfolgung ander Exportakademie tätig und erhielt 1907 denTitel eines ao. Professors,346 1913 den Titel eines o. Professors der Universität Wien.1926wurdeerzumo.ProfessoranderHochschulefürWelthandel(welche ausdervormaligenExportakademiehervorgegangenwar)ernanntundwarhier bis zu seinemEintritt in denRuhestand 1934 tätig, lehrte daneben aber auch weiteranderUniversitätWien.Alserdas70.Lebensjahrvollendete,beantragte dieFakultätdieErstreckungseinerveniaüberdieseAltersgrenzehinaus,»dader Genannte eine sehr verdienstliche undwertvolle Lehrtätigkeit entfaltet«, was auchbewilligtwurde.347 Pollak »zählte bereits imUrteil seiner Zeitgenossen zu denKoryphäen des Zivilprozeß- und des Insolvenzrechts. Entsprechend seiner zweigleisigen Be- rufslaufbahnverstandereshervorragend,TheorieundPraxisgleichermaßenzu vertretenundzuverbinden,ohneErörterungendelegelatamitErörterungende legeferendainunzulässigerWeisezuverquicken.«348MaßgeblichanderReform 344 Habilitationsaktmit handgeschriebenemLebenslauf (undatiert, vermutlich 1894),ÖStA AVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton613,PersonalaktPollakRudolf.Vgl.auchWerner Ogris,Pollak,Rudolf, in:NDBXX(Berlin2001)602;Mair,Zivilverfahrensrecht312–316. 345 ChristineGruber, Pollak,Heinrich, in:NDBXX(Berlin2001)601 f. 346 Bereits 1899beantragte SchrutkadieTitelverleihung für den–mittlerweile zumKatholi- zismuskonvertierten–Pollak,wasdamals jedochnochabgelehntwurde:ÖStAAVA,Un- terrichtAllg.,Univ.Wien,Karton613,PersonalaktPollakRudolf. 347 SchreibenderFakultätandasBMUvom20.7. 1934,BMUEvom12.10. 1934,Z2870/1934, ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton613,PersonalaktPollakRudolf. 348 WernerOgris, Pollak,Rudolf, in:NDBXX(Berlin2001)602. Die judiziellenFächer412
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938