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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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D. StrafrechtundStrafprozessrecht (KamilaSTAUDIGL-CIECHOWICZ) 1. ZurEntwicklungdesFachesbis1918 Das Strafrecht wurde als eigenes Fach an der Wiener Fakultät seit dem 16. Jahrhundert gelesen.375Nach der Studienordnung von 1893war Strafrecht und Strafprozessrecht eines der Fächer, welche im zweitenAbschnitt des Stu- diums zu hörenwaren.376 Insgesamt waren dafür zehn Semesterstunden vor- gesehen, jeweils fünf für Strafrecht und fünf für Strafprozessrecht.DieWiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät hatte im 19. Jahrhundert einige bedeutende Strafrechtler beherbergt – sowohl als Lehrende, als auch als Stu- dierende. Erwähnt seien nur Franz v. Liszt,377 der zwischen 1869 und 1871 in Wien studiert hatte,WilhelmWahlberg,378 JuliusGlaser,379AdolfMerkel380und schließlichHeinrichLammasch.381 WilhelmEmilWahlberg,1860inWienzumOrdinariusfürStrafrechtberufen, war nicht nur ein international anerkannter und vonvielen europäischenRe- gierungen gefragter Fachmann für Straf- und Strafprozessrecht,382 er widmete sich auch ganz besonders der Lehre und führte u.a. Lehrveranstaltungen zur GeschichtedesösterreichischenStrafrechtsundzurTodessstrafeein–zuseinen Schülern zähltenHeinrich Lammasch und Franz von Liszt.383 Zu den großen VerdienstenWahlbergsgehörtedieAusarbeitungderUnterscheidungzwischen Gelegenheits- undGewohnheitstätern. SeineBeschäftigungmit demTäter be- einflusste auchdiemoderneStrafrechtstheorieLiszts.384Die seinemLehrer ge- widmeteHabilitationsschrift Lammaschs zeigt deren freundschaftlicheBande, trotz der weltanschaulichenUnterschiede.385GleichzeitigmitWahlberg lehrte 375 Reiter, JuristInnenausbildung3. 376 §5Abs.4RStVO1893. 377 Franz v. Liszt (2. 3. 1851–21.6. 1919), vgl. Frommel, Franz v. Liszt 223–228; Gedächt- nisheft fürFranzv.Liszt; Schmidt,GeschichtederdeutschenStrafrechtspflege350–355. 378 Wilhelm EmilWahlberg (4. 7. 1824–31.1. 1901), vgl: Schild, Wilhelm EmilWahlberg 171–176. 379 JuliusGlaser (19. 3. 1831–26.12. 1885), vgl Schild, JuliusGlaser184–189. 380 AdolfMerkel (11. 1.1936–30.3.1896),vgl.Frommel,AdolfMerkel193–199;Liepmann, BedeutungAdolfMerkels; nicht zuverwechselnmitdemStaatsrechtlerAdolfMerkl. 381 Heinrich Lammasch (21. 5. 1853–6.1. 1920), vgl. Lehne, Heinrich Lammasch 229–233; Oberkofler,Rabofsky,HeinrichLammasch. 382 Soerstellte erRechtsgutachten fürdieRegierungenvonItalien,Ungarn,Russlandunddes DeutschenReiches, vgl. Schild,WilhelmEmilWahlberg172. 383 Schild,WilhelmEmilWahlberg173. 384 Moos, FranzvonLiszt 667. 385 »Wahlberg[hatte sich]nachdrücklich füreinenfreienwissenschaftlichenGeistundgegen die Zwangsherrschaft der Katholischen Kirche inÖsterreich ausgesprochen […], Lam- Die judiziellenFächer420
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938