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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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nichtzuletztausfinanziellenGründendazuentschloss,demRufzufolgen,erlitt jedoch zeitlebens unterHeimwehund »bedauerte […], daß er niemehr eine Berufung zurück in das Schweizerland erhalten hat«.405Neben derHauptvor- lesung bot Stooss strafrechtlicheÜbungen an und gab für diesen Zweck eine Sammlung von Strafrechtsfällen heraus. Auf die österreichische Strafrechts- entwicklungkonnteStoossnurwenigEinfluss ausüben, sowurdenseine Ideen großteils abgelehnt.Diesging sogar soweit, dass er in seinerSelbstdarstellung schreibt: »InmeinerVorlesungstellte ichdasösterreichischeStrafrechtmitder Zeit vielfach anders dar als Lammasch.Meine Zuhörer sagtenmir, im Staats- examen lasse manmeine Ansichten nicht gelten. So entschloß ichmich, ein Lehrbuch des österreichischen Strafrechts zu schreiben.«406Hold-Ferneck be- schrieb dieses Werk wie folgt: »Es zeigt sein pädagogisches Talent und die Vorzüge, die schon sein gesetzgeberischesWerkauszeichneten: ungewöhnlich scharfeFassungundvolleSelbständigkeitdesDenkens.«407AuchGleispachlobte es in seiner Buchbesprechung 1911, er bezeichnete Stooss als »Schriftsteller […],demdieGabekurzerunddochklarerDarstellung[…]eigenist[…]Seine Polemikiststetsvornehmundsobegründet,daßsieanregt,auchwennmansich ihr nicht anzuschließen vermag.«408 Stooss wirkte 1899/1900 und 1909/10 als DekanderWienerRechts- undStaatswissenschaftlichen Fakultät und 1904/05 als Senator.AlsZeichendes internationalenAnsehenswurden ihmdasEhren- doktorat derMedizin derUniversität Bern, das Ehrendoktorat derRechtswis- senschaftenderUniversität Genf, das Ehrendoktorat der Staatswissenschaften der Universität Bonn und schließlich zu seinem 80.Geburtstag409 das Ehren- doktoratderStaatswissenschaftenderUniversitätWienverliehen.4101923wurde Carl Stooss auf VorschlagHansVoltelinis zumkorrespondierenden, 1925 auf Vorschlag MorizWlassaks zumwirklichen Mitglied der Akademie derWis- senschaften inWiengewählt. SeineLehrtätigkeit anderUniversitätWienübte StoossauchnachseinerEmeritierungimSeptember1921alsHonorarprofessor aus.Da er nun frei vondenHauptvorlesungenwar,widmete er sich in seinen Lehrveranstaltungenkriminalpolitischen Fragenundbesprach imSommerse- mester1923denösterreichisch-deutschenStrafgesetzentwurf.411 ImSeptember 1923zogStoossnachGraz,412woeram24.Februar1934 starb. 405 Oberkofler,NikolausGrass264. 406 Stooss, Selbstdarstellung229. 407 Hold-Ferneck, Carl Stooß29. 408 Gleispach, LehrbuchdesOesterreichischenStrafrechts547. 409 WienerZeitungvom13.10. 1929, S. 3. 410 PersonalstandderUniversitätWien1929/30. 411 VorlesungsverzeichnissederUniversitätWienSS1922,WS1922/23, SS1923. 412 Eine Rückkehr in die Schweiz kam aus finanziellenGründen nicht in Frage: Die Pensi- onszusagen des österreichischen Finanzministeriums aus 1910 Stooss gegenüber waren »auf einenWohnsitz inÖsterreichbeschränkt«.Vgl. Schäfer, Carl Stooss318mwN. StrafrechtundStrafprozessrecht 425
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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