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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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durchdachten, gründlichenBearbeitungeinesder systematischenOrdnungsehr widerstrebendenRechtsstoffes.«444 GleispachwarMitgliedvielerangesehenerGesellschaften:1910wurdeerzum ordentlichenMitglied–ab1916wohlaufGrundseinesUmzugsnachWienzum korrespondierenMitglied–derGesellschaft zur FörderungdeutscherWissen- schaft, Kunst und Literatur in Böhmen gewählt.445 1925 wurde Gleispach auf VorschlagHansVolteliniszumkorrespondierendenMitgliedderAkademieder Wissenschaften inWien, 1928–ebenfalls durchVoltelini vorgeschlagen–zum wirklichenMitglied gewählt.446Danebenwar er u.a. Obmann der österreichi- schen kriminalistischen Vereinigung, Mitglied der ständigen Deputation des deutschen Juristentages,MitgliedundDelegierterÖsterreichs inderCommis- sion Internationale P¦nale et P¦nitentiaire,Mitherausgeber der Zeitschrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft und der Lilienthal-Schoeteusackschen Strafrechtlichen Abhandlungen, Mitglied des Vereines für Psychiatrie und Neurologie inWien,HonoraryFellowforLifeof theInternationalMedico-Legal Association, Präsident des Verbandes der österreichischen Hochschulen und MitglieddesRedaktionskomiteesdesRecueildeDocumentsenMat‡ ereP¦naleet P¦nitentiaire.447 NebenseinemEinsatzfürdieStrafrechtsreformunddiekriminologischeund kriminalistische Ausbildung von Juristinnen und Juristen war Gleispach ins- besondere für seine antisemitischenAktionenbekannt. Sowar ermaßgeblich beteiligt an der Entstehung der Wiener Studentenordnung (auch als Glei- spachscheStudentenordnungbekannt)von1930.448LautFriedrichBrassloffwar Gleispach auch einer der Initiatoren des Universitätsskandals um Stephan Brassloff:449 Sobeschreibt erGleispach als »unabhängig von seinemNational- sozialismus ein[en] böse[n] Intrigant[en]«450. Gleispachs offener Antisemitis- muserlangteganzbesonderswährendseinerAmtszeitalsRektorderUniversität Wien mediale Aufmerksamkeit. Von mehreren Vorfällen berichtete die deutschsprachige Presse: Im Sommersemester 1930 nahm Gleispach an der PfingsttagungdesVereinesfürdasDeutschtumimAuslandteil,mitderAbsicht, bei der festlich-religiösenMorgenfeier die Schlussansprache zu halten. Dazu sollte es jedoch nicht kommen, denn – so weiß die Vossische Zeitung am 444 Adamovich,WenzeslausGrafGleispach192. 445 SchreibendesVorsitzendenanGleispachvom29.1. 1910,ArchivderAkademiederWis- senschaftenzuPrag,PersonalaktGleispachWenzel. 446 AÖAW,Wahlen1919–1936. 447 VglPersonalstandverzeichnissederUniversitätWien1917/18bis 1933/34. 448 Vgl. dazu110f. 449 Vgldazu87–89, 283. 450 InterviewmitFriedrichBrassloffdurchgeführtvonKonstantinKaiser1984, [http://access. cjh.org/429549–abgerufen19.7. 2013]. StrafrechtundStrafprozessrecht 429
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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