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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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1.August 1930zuberichten–»[d]erVorstanddesV.D.A. [VereindesDeutsch- tumsimAusland]hatte in letzterMinuteerfahren,daßGrafGleispachgeäußert habe, erwerde in seinerAnspracheantisemitischeAusführungenmachen.Die Tagungsleitung fragte sofort den Rektor, ob das stimme, der aber gab eine ausweichendeAntwort.DaraufhinhatderVorsitzendedesV.D.A.,Freiherrvon demBussche-Haddenhausen,mit Absicht dieMorgenfeier geschlossen, bevor GrafGleispachdasWortergreifenkonnte.«451AnlassfürdieseZeitungsnotizwar die Richtigstellung einer Meldung des Sozialdemokratischen Pressedienstes, wonachGleispachaufseineRedeverzichtete,umeinZeichenderMissbilligung gegendiePolemikgegendenAntisemitismus,vorgebrachtvonKülz, zusetzen. InÖsterreich sorgtendieseNachrichten sowohl imrechten als auch im linken Lager fürKommentare: Sowurde am8.August 1930 folgenderArtikel in derArbeiterzeitungunter denTagesneuigkeiten abgedruckt: »Gleispach ohne…[…]Unter anderemer- klärt der Deutsche Schulverein Südmark in einer Aussendung, der Rektor Gleispach habe gerade damals von seinem Antisemitismus ›keinen Gebrauch machenwollen‹.DergeübteWienerweißseit jeher,daßesindenKaffeehäusern einen ›Kaffeemit‹ und einen ›Kaffee ohne‹, je nach demGeschmack der P. T. Gäste, gibt. Daß es hier aber auch einen ›Rektor mit‹ und ›Rektor ohne‹ – nämlichAntisemitismus –, je nachdemGeschmackdes P. T. Publikums, gibt, konntemanerstausdieser lehrreichenAussendungdesSchulvereinesSüdmark erfahren.Man tat demHerrnGleispach offenbar bitteres Unrecht. Gerade an demTage, an dem er ›von seinemAntisemitismus keinen Gebrauchmachen wollte‹, ließman ihn nicht sprechen. Schuldlos wie ein Lammkamer zu der TagungdesVereinesfürAuslandsdeutschtum,erhatteseinenAntisemitismuszu Hausegelassen,soetwa,wieesseineHeimwehrfreundemitdemGummiknüppel bei feierlichenAnlässen tun. Indieser großenStundehätte einkundigesAuge einenbegeistertenZionistenführerinihmentdeckenkönnen.Eraber,derArme, wurdeimAuslandverkannt,einMißgeschick,dasdochsonstdenProphetennur im eigenenVaterland zustoßen soll. Ganz schuldlos an diesembedauerlichen MißverständnisaberdürfteHerrGleispachauchnicht sein.SeitMonatentat er der ganzenWelt–nicht zuletztmitHilfe seiner sonderbarenStudentenverord- nung–kundundzuwissen,daßer,Gleispach,Inhaberdeseinzigen,echtenund patentierten Judenhasses sei.DaßdieserAntisemitismusaber, gelegentlichvon Auslandsreisen, auch abschraubbar sei, war zwar uns ›Inlanddeutschen‹ seit GleispachsInkassogangzuRothschild452bereitsbekannt,dasAuslandaberhatte 451 VossischeZeitungvom1.8. 1930,Nr.358A182Morgenausgabe3. 452 DamitwirdaufdieVerbindungGleispachszuLouisRothschildangespielt,»welcherfürdie einzelnenUniversitätsinstitute vomRektor [Gleispach]umSpendenangegangenwurde.« SoWienerSonn-undMontgs-Zeitungvom8.6. 1931Nr. 23, 3. Die judiziellenFächer430
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938