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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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verzichtet daKadecˇka »allseits bekannt undhoch geachtet«478war.DieVerlei- hungdesTitels einesaußerordentlichenProfessorserfolgtedrei Jahre später.479 Zunächst war er einige Jahre lang als Privatdozent tätig, bewarb sich umdie Strafrechtsprofessur inBreslau [Wrocław/PL], konnte sich jedochnicht gegen JohannesNaglerdurchsetzen,der1928berufenwurde.480AucheineErnennung zumGeneralprokurator als Nachfolger Erwein Höplers scheiterte 1932 uner- wartetnacheinemKabinettswechsel:DerGroßdeutscheHansSchürffhatteihm dieStelle»schonfestzugesagt«,seinNachfolgerKurtSchuschniggeröffneteihm jedoch,dass»vonseinerParteieinandererBewerber fürdieseStelleausersehen sei.«481Als 1933 Gleispach aus politischen Gründen von derWiener Fakultät entferntwurde, bewarb sichKadecˇka, durch seinen FreundGustavWalker er- mutigt,umdasstrafrechtlicheOrdinariat.NachdemerdieLehrkanzelzunächst supplierte,482wurdeKadecˇka 1934 zumordentlichen Professor ernannt.483Als unbezahlteHilfskraftwarlauteigenenAngabenWalterUllmannbeiihmtätig.484 ImStudienjahr1936/37hatteKadecˇkadasAmtdesDekans inne,weiterswarer auch in derDisziplinarkommission tätig. Auch nach dem »Anschluß« konnte KadecˇkaseineTätigkeitweiterausüben,1940wurdeerausAltersgründeninden Ruhestand versetzt, lehrte jedoch aus Mangel an Lehrkräften noch weitere Jahre.485SeineerstenLehrveranstaltungenhieltKadecˇkavon1922bis1926zum österreichischen Presserecht, sowie zu ausgewählten Lehren des Besonderen Teiles–insbesonderezudenDeliktengegendenStaatunddieAmtspflichten.Ab demWintersemester1926beschränktersichinderLehreaufdieAbhaltungvon Pflichtübungen. Mit derÜbernahme der strafrechtlichen Lehrkanzel begann KadecˇkadieHauptvorlesungenzumStrafrechtAllgemeinerundBesondererTeil und zumStrafprozessrecht zu halten. Eines der umfangsreichsten Projekte in 478 SchreibendesDekanSchwindandasUnterrichtsministeriumvom15.7. 1922,ÖStAAVA, UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton611,PersonalaktKadecˇkaFerdinand. 479 EntschließungdesBundespräsidentenvom31.7. 1925,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ. Wien,Karton611,PersonalaktKadecˇkaFerdinand. 480 Vgl.Ditt, »StosstruppfakultätBreslau«242. 481 Kadecˇka, Selbstdarstellung 111. Statt Kadecˇkawurde der christlichsoziale RobertWin- terstein zumGeneralprokurator ernannt. In seinen Erinnerungen sahKadecˇka darin im Nachhinein eine glückliche Fügung: »InWahrheit hatte ich allenGrund, derVorsehung dafürdankbarzusein,daßsiemichvondieserexponiertenStellungfernhielt.Siehättemir allerWahrscheinlichkeit nach inder nationalsozialistischenAera ebenso dasKonzentra- tionslager eingetragenwie meinem siegreichenMitbewerber.«Was Kadecˇka hier außer Acht lässt, ist der Umstand, dassWinterstein zumal auch Justizminister (Okt 1935–Mai 1936)warundallein schonwegenseinesmosaischenGlaubensverfolgtwurde. 482 Vgl. auchoben422. 483 Ernennung durch Entschließung des Bundespräsidenten vom 15.10. 1934,ÖStA AVA, UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton611,PersonalaktKadecˇkaFerdinand. 484 Ullmann, Selbstdarstellung275. 485 Kadecˇka, Selbstdarstellung111 f. Die judiziellenFächer434
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938