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f) AlexanderLöffler513
Alexander Löffler kamam4.Februar 1866 in Szentes inUngarn in einermo-
saischen Familie514 zurWelt. Nach der Reifeprüfung amLeopoldstädterGym-
nasiuminWienstudierteervon1884bis1889Rechts-undStaatswissenschaften
anderUniversitätWien,zuseinenLehrernzähltenWilhelmEmilWahlbergund
EmanuelUllmann515. Am5.November 1889wurde er zumDoktor derRechte
promoviert. Nach seiner Promotion vertiefte er seinWissen im Seminar von
FranzvonLisztanderUniversitätinHalleanderSaale.BiszuseinerHabilitation
1896wareralsRechtsanwaltsanwärter tätig. ImMai1895suchteLöfflerumdie
Lehrbefugnis an, 1896 wurde Löffler die venia docendi für österreichisches
Strafrecht und Strafprozessrecht verliehen. Im gleichen Jahr trat er aus dem
mosaischenGlauben aus und ließ sich am15. Juli 1896 evangelisch (AB) tau-
fen.516SeineHabilitationsschrift stelltedas 1895publizierteWerk»DieSchuld-
formen des Strafrechts in vergleichend-historischer und dogmatischer Dar-
stellung. Band I«, welches er seinemLehrer Liszt widmete, dar. Löffler entwi-
ckelte die Lehre von der Dreiteilung der Schuldformen in Absicht, Wissent-
lichkeit und Fahrlässigkeit und stellte diese der Zweiteilung in Vorsatz und
Fahrlässigkeit gegenüber.517Löffler warVerfechter »vor allemderGeneralprä-
vention (undnursekundär auchder Individualprävention)«–durchdieStrafe
imSinne einer »absichtliche[n] Zufügung einesÜbels umderGeneralpräven-
tionwillen«solltenVerbrecherunddieGesellschaftalsGesamtes»zueinemden
gesellschaftlichen InteressengemäßenVerhalten«angehaltenwerden.518
BiszuseinerErnennungzumaußerordentlichenProfessor1902warLöfflerin
der Praxis tätig, ab 1897 widmete er sich demGerichtsdienst, zuletzt als Ge-
richtssekretär. 1902 heiratete Löffler Clara Eisenschitz, die wohl wegen der
EheschließungimMärz1902vommosaischenGlaubenzumevangelischen(AB)
konvertierte.519AusdieserEhegingenzweiKinder, StefanundAnna,hervor.520
1903»wurde er ausAnlaß einer von ihmabgelehntenBerufungnachBernmit
513 Gleispach,Nachruf Löffler; Rittler,Nachruf Löffler; BrigitteBöck, LöfflerAlexander,
in:ÖBLV (Wien 1971) 271 f.;Wolfgang Schild, Löffler, Alexander, in:NDBXV (Berlin
1987)30–32; Schild,AlexanderLöffler.
514 Eigenhändiger Lebenslauf,ÖStA AVA, Unterricht Allg., Univ.Wien, Karton 611, Perso-
nalaktLöfflerAlexander.
515 Schild,AlexanderLöffler 272.
516 GenTeam [http://www.genteam.at – abgerufen 18.12.2013], Konvertiten inWien,Daten-
satznummer200.
517 Schild,AlexanderLöffler 272 f.
518 Schild,AlexanderLöffler 273 f.
519 GenTeam [http://www.genteam.at – abgerufen 18.12.2013], Konvertiten inWien,Daten-
satznummer2807.
520 GenTeam [http://www.genteam.at – abgerufen 18.12.2013], Mediziner inWien, Daten-
satznummer21359, 48197und22632.
StrafrechtundStrafprozessrecht 439
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik