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gung529 und korrespondierendes Mitglied des Vereins für Psychiatrie und
Neurologie inWien.
ErwarMitgliedder judiziellenStaatsprüfungskommissionundderRichter-
amtsprüfungskommission. In der Lehre bot Löffler, neben den regulären
HauptvorlesungenundpraktischenÜbungenzumStraf-undStrafprozessrecht,
auch Lehrveranstaltungen zu denRechtsmitteln im österreichischen Strafver-
fahren,denBereicherungs-undAusbeutungsdeliktensowieeinSeminarmitder
Besprechung der Strafgesetzentwürfe. 1925 musste sich Löffler aus gesund-
heitlichen Gründen aus der Wissenschaft zurückziehen. 1928 wurde er von
Amtswegen in den dauerndenRuhestand versetzt.530DemBericht derNeuen
Freien Presse zufolge litt er an einem schwerenMagenleiden, welchem er am
26.Dezember1929erlag.531EineandereTodesursachegibtGleispach inseinem
Nachrufan,demnachhatteLöfflerzweiJahrevorseinemTodeinenSchlaganfall
erlittenundstarbandessenFolgen.532
g) HubertStreicher
Hubert Streicherkamam4.Mai1893als SohndesSteueroberverwalters Julius
Streicher inVölkermarkt inKärntenzurWelt.Er studierteRechtswissenschaf-
ten an der Karl-Franzens-Universität in Graz und promovierte 1917. Bereits
1915begannStreicherzunächstbeiHansGross,nachdessenTodbeiAdolfLenz
amkriminalistischen InstitutderUniversitätGraz zuarbeiten.533Streicherbil-
dete sich in den folgenden Jahren fort undunternahmeine Studienreise zum
Zwecke seinerpraktischenAusbildungandieWienerPolizeidirektion.5341917/
18vollendeteStreicher seineHabilitationsschriftüberdiekriminologischeBe-
deutungundVerwertungderMaschinenschrift. 1919überreichteerdasGesuch
um Erteilung der Lehrbefugnis für Kriminologie als Hilfswissenschaft des
Strafrechtes an das Professorenkollegium der Grazer Rechts- und Staatswis-
senschaftlichen Fakultät.535 SeinemHabilitationsantrag legte er neben der be-
reits erwähnten Schrift auch seinenAufsatz »Beiträge zumdaktyloskopischen
529 Gleispach,Nachruf27, Schild,AlexanderLöffler 272.
530 Ad25105/28 vom10.10. 1928,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton 611, Per-
sonalaktLöfflerAlexander.
531 NFPvom28.12. 1929,Nr.23452, 6.
532 Gleispach,NachrufLöffler 25.
533 Erwar vom6.März 1915Volontär, vom1. Juni 1916 bis zum1.März 1918 unbesoldeter
Assistent, ab 1.April 1918 bis zum31.Oktober 1920 besoldeter Assistent und ab 1.No-
vember 1920 ordentlicherAssistent. Vgl. Antrag Lenz’,UAGraz, JuristischesDek., Akten
deskrim. Institutes, 347ex1917/18.
534 Schreiben der steiermärkischen Landesregierung an das Dekanat, UAGraz, Juristisches
Dek.,Aktendeskrim. Institutes, 567ex1918/19.
535 UAGraz, JuristischesDek.1918/19, 840ex1918/19.
StrafrechtundStrafprozessrecht 441
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik