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mehr auch der Stand der Richter und Staatsanwälte von volksfremden Ele-
mentenüberflutetwerden«.575
1933 beteiligte sich Zimmerl mit einem Beitrag über »Die Gefahren der
Ausdehnung der Verwaltungsstrafgerichtsbarkeit inÖsterreich«576 am »Pro-
testband«derWienerJuristeninderZeitschriftVerwaltungsarchiv.577ImJänner
1934wurdeZimmerl(wohlalsAssistent–wobeierimPersonalstandverzeichnis
1933/34 gar nicht mehr aufscheint) aus politischen Gründen –mitausschlag-
gebendwirdwohl seinAufsatz imVerwaltungsarchiv gewesen sein – vonder
UniversitätWienentlassen.578EsfolgteeineBerufungandiePhilipps-Universität
inMarburg.Daerals»politischGeschädigter«angesehenwurde,wurdebeider
Berufung »kein ganz strengerMaßstab angelegt«.579 InMarburgkämpfteZim-
merl gemeinsammitErichSchwingegegendieKielerSchule. ImOktober1936
wurde er zumRektor vorgeschlagen580 und hatte dieses Amt im Studienjahr
1937/38 inne.581Zimmerl starbam14.September1945.
j) HugoForcher582
Einweiterer Lehrender amUniversitätsinstitut fürdie gesamte Strafrechtswis-
senschaftundKriminalistikwarHugoForcher.ErhieltabdemWintersemester
1925LehrveranstaltungenzumassentheoretischenUntersuchungen–sobspw.
dieVorlesung »Theoretische und angewandteMassenbeobachtungen auf dem
Gebiete des Strafrechtes«. Forcher übte jahrelang den Richterdienst aus und
wechseltedann1907andiestatistischeZentralkommission,ausderer»imZuge
desZwangsabbaues«1925ausscheidenmusste–eineKränkung,die ihnbis zu
seinemLebensendebegleitete. In seinemNachruf fasstWinkler kurz Forchers
Leistungenzusammen:»dasOriginelle seinerLeistung[liegt]darin,daßerden
Versuch unternahm, die Lexische Dispersionslehre auf demGebiete der Kri-
minalstatistikzuerproben.«AlsPersonbeschrieber ihnals»schwerzugänglich
[…]WeraberdurchdiesprödeHülledurchzublickenvermochte,dertrafaufein
grundgütigesHerzundeinenechtendeutschenForschersinn«.583
575 MDK2/3 (März1932)1 f.
576 Zimmerl, Die Gefahren der Ausdehnung der Verwaltungsstrafgerichtsbarkeit inÖster-
reich260–265.
577 Vgl. unten 505f., siehe dazu auch schonOlechowski, Staudigl-Ciechowicz, Staats-
rechtslehre232–239.
578 Nagel, Einleitung22.
579 Nagel, Einleitung22Fn.50.
580 BArch (Berlin-Lichterfelde),DSB44, fol. 1674.
581 Vgl.Nagel, Einleitung22 f.
582 Vgl. zu ihm614.
583 Winkler,HugoForcher28. Die
judiziellenFächer448
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik