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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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brachteGleispacheinenAntragbeimProfessorenkollegiumderWienerRechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät auf die Errichtung eines kriminalisti- schenUniversitätsinstitutes ein.627 »Das Institut soll der Lehre undForschung aufdemGebiet des Strafrechtsund seiner sämtlichenHilfswissenschaftendie- nen. Zu seinemGebiet gehörendaher nebendemStrafrecht imengsten Sinne des Wortes Krim.-Soziologie, -Anthropologie, objektive Krim.-Psychologie, Krim-Phaenomologie[sic!],Kriminalpolitik,PeonologieundGefängniskunde; nebendemStrafverfahren subjektiverKriminalpsychologie undKriminalistik imengstenSinnedesWirtes [sic!].«628– sodefinierteGleispachdieAufgaben undZiele seines Institutes imAntrag.AlsVoraussetzung fürdieAbhaltungvon LehrveranstaltungenamInstitut nannteGleispachdiePrivatdozentur aneiner Fakultät derWienerUniversität –damit zogGleispach eineGrenze zuden (ab 1924) stattfindendenKursenderBundespolizeidirektion, bei denenauchnicht Habilitierte vortrugen (bsp. der Jurist Dr. Siegfried Türkel, der Chemiker Dr. JosefDaimer). Das Institut sollte demnach »Semestralvorlesungen,Kurse und Vorträge« anbieten,weiters eineumfangreicheBibliothekundeine Sammlung entsprechenderApparate vorweisen, kriminalistischeGutachten erstellen und wissenschaftlicheAbhandlungenpublizieren.629Dafürwarensowohlpersonelle, infrastrukturelle als auch finanzielle Ressourcen notwendig –Räumlichkeiten (zunächst noch für ein strafrechtliches Seminar)wurdenGleispach bereits im Mai 1921 versprochen. Um seine Ziele zu erreichen, forderte Gleispach das Professorenkollegium auf, folgende Schritte zu setzen: »I. Das Professoren- KollegiumderRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultätbefürwortetbeim UnterrichtsamtdieErrichtungeinesInstitutes fürdieger. [!]St.R.Wissenschaft undKriminalistik andieser Fakultät nachdenVorschlägenundunterderLei- tungdesordentl. ProfessorsDr.Gleispach. II.DasProfessoren-Kollegium[…] ersucht Se. Magnifizenz denHerrn Rektor und den akademischen Senat, die eheste Eröffnung und die Ausgestaltung des Institutes bei der Zuweisung der erforderlichen Räume und der Verteilung der Mittel, die der Universität für Institutszwecke zukommen, zu fördern.«630 Die Fakultät förderte Gleispachs Bestrebungen, auch das Unterrichtsministerium begrüßte die Initiative und sicherteUnterstützungzu.Sokonnte imSommersemester1923das Institutdie 627 Mitteilungen undAntrag Gleispachs vom18.5. 1922,ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ. Wien,Karton699, Institut fürStrafrechtundKriminalistik. 628 Mitteilungen undAntrag Gleispachs vom18.5. 1922,ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ. Wien,Karton699, Institut fürStrafrechtundKriminalistik. 629 Mitteilungen undAntrag Gleispachs vom18.5. 1922,ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ. Wien,Karton699, Institut fürStrafrechtundKriminalistik. 630 Mitteilungen undAntrag Gleispachs vom18.5. 1922,ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ. Wien,Karton699, Institut fürStrafrechtundKriminalistik. StrafrechtundStrafprozessrecht 455
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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