Seite - 456 - in Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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Tätigkeit aufnehmen.NachderÄnderungderStudienordnung1935wurdedie
Einrichtung in»Institut fürKriminologie«umbenannt.
c) DasorganisatorischeUmfeldunddie Infrastruktur
Dem Institut wurden zunächst frühere Räumlichkeiten des Abrechnungsge-
richtshofszurVerfügunggestellt.631EshandeltesichdabeiumzweiZimmerund
ein Kabinett gelegen am Schillerplatz 4. 1924 erfolgte der Umzug in neue
Räumlichkeiten inderLiebiggasse5,wodieKriminologiebis 2006beheimatet
blieb.StolzberichteteGleispach1928überdasInstitut:»EsbesitzteinenHörsaal
füretwa100Hörermit einerganzmodernenProjektionseinrichtung,Gas-und
Wasserzuleitung; einVorsteherzimmer, einengroßenArbeitsraumfürdie Stu-
dierendenmit der Bücherei; ein photographisches Kabinettmit großer Dun-
kelkammer, ein Assistentenzimmer mit den Apparatekasten, einen großen
Raum für die Lehrmittelsammlung mit mehreren Arbeitsplätzen und einen
Kanzleiraum, wo auch statistisches Material aufgestellt ist.«632 Insgesamt be-
standdas InstitutnachdemUmzugauselfRäumen,die fürden»regenPartei-
enverkehr,SammlungenvonLehrgegenständen,Akten,Strafkarten«633dienten.
Das Institut verfügte über eine Sammlung von »kriminologisch lehrreichen
Gegenständen« (1928 über 2000 Stück) – dabei handelte es sich großteils um
corpora delicti aus dem Oberlandesgerichtssprengel Wien, »die nicht einem
Berechtigtenauszufolgen«waren,634 so»VerbrecherwerkzeugeundErzeugnisse
verbrecherischer Tätigkeit (z.B. Fälschungen vonMünzen, Papiergeld, Stem-
peln, Antiquitäten, Lebensmitteln usw.) Spuren, Ausbruchswerkzeuge, Sachen
des Schmuggels in denGefängnissen undvonGefangenen in ihrer freienZeit
geheimhergestellteSachen«635–undeineSammlungvonDiapositiva(1928über
400Stück),weitersumfasste es einekriminologischeBibliothek.Gleispachbe-
absichtigte gemeinsammit Forcher eine kriminalstatistische Abteilung zu er-
richten–eine Idee,die amPersonalmangel gescheitert zusein scheint.636
631 ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton699, Institut für StrafrechtundKrimina-
listik.
632 Gleispach,WienerUniversitäts-Institut 606.
633 SchreibenGleispachsanDekanMayer vom15.3. 1928,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.
Wien,Karton699, Institut fürStrafrechtundKriminalistik.
634 SchreibenGleispachsvom22.4.1924,ÖStAAVA,UnterrichtAllg.,Univ.Wien,Karton699,
Institut fürStrafrechtundKriminalistik.
635 Gleispach,WienerUniversitäts-Institut 606 f.
636 EingabeGleispachsandesUnterrichtsministeriumvom25.11.1927,ÖStAAVA,Unterricht
Allg.,Univ.Wien,Karton699, Institut fürStrafrechtundKriminalistik.
Die
judiziellenFächer456
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Titel
- Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
- Autoren
- Thomas Olechowski
- Tamara Ehs
- Kamila Staudigl-Ciechowicz
- Verlag
- V&R unipress GmbH
- Datum
- 2014
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-89971-985-7
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 838
- Kategorie
- Recht und Politik