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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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GebietederKriminologie[…]insLebenzurufen.«649DasersteSemesterbegann mit 10.November 1924. Angebotenwurden folgendeVorlesungen: »Krimina- listischePropädeutikundMethodenlehre einschliesslichderkriminalistischen Instrumentenkunde,Einführung indiekriminalistischwichtigstenKapitel der Physik (Kriminalistische Physik), kriminalistischeWarenkunde und Techno- logie, praktische Einführung in die photographische Technik, Privatwirt- schaftslehre (Einführung in das Bankenwesen- und indie Bücher undBilanz- prüfung).«650DanebenkonntenÜbungen zur kriminalistischenOptikundzur wissenschaftlichenMikroskopie (mitbesondererBerücksichtigungkriminalis- tischer undwarenkundlicher Untersuchungen) besucht werden. Das Ziel war den leitenden Polizeibeamten hochschulmäßigen Unterricht und wissen- schaftlicheForschungaufdemGebietederKriminologiezubieten.DasInstitut hatte seinen Sitz im Amtsgebäude der Polizei-Direktion, IX. Rossauerlände Nr. 7, I. Stock, Tür 88 und 89. Die administrative Leitung oblag demPolizei- DirektorDr.BrunoSchultz, diewissenschaftlicheLeitungübernahm»derVor- standderLehrkanzel fürKriminalistik,DozentDr. SiegfriedTürkel«651. 4. DieStrafrechtlerderWienerFakultätunddieStrafrechtsreform652 Zentrale Rechtsquelle des österreichischen Strafrechtes war im gesamten hier dargestellten Zeitraumdas Strafgesetz vom27.Mai 1852, das aber selbst kein wirklich neuesGesetzbuch, sondern lediglich eineÜberarbeitung desmateri- ellrechtlichenTeilsdesStrafgesetzbuchesvom3.September1803gewesenwar. Seitdemhatte es zahlreicheAnläufe zueinerGesamtreformdesStrafrechts ge- geben, die aber allesamt scheiterten; erst 1975 konnte das heute geltende Strafgesetzbuch inKraft treten.653AndiesenReformarbeiten hatten die Straf- rechtler derWiener Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät stets regen Anteil, und einige von ihnenwarenauchMitgliederderdiversenReformkom- missionenwie bspw.HeinrichLammasch,Carl Stooss oderWenzelGleispach. Besonders intensivmit der Frageder Strafrechtsreformundvor allemmit der damit verbundenenRechtsangleichunganDeutschlandbeschäftigte sichWen- 649 Runderlass Schobers vom13.10. 1924,ArchivderBundespolizeidirektionWien,Norma- lien1920–1938,Pr.Z.II-864/2.Hervorhebung imOriginaldurchUnterstreichung. 650 Runderlass Schobers vom13.10. 1924,ArchivderBundespolizeidirektionWien,Norma- lien1920–1938,Pr.Z.II-864/2. 651 Runderlass Schobers vom13.10. 1924,ArchivderBundespolizeidirektionWien,Norma- lien1920–1938,Pr.Z.II-864/2. 652 Zur Strafrechtsvereinheitlichung vgl. Goltsche, Entwurf eines Allgemeinen Deutschen Strafgesetzbuches. 653 Olechowski, ZurEntstehungdesStrafgesetzes1852,bes. 341. Die judiziellenFächer460
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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