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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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2. DieWiener rechtstheoretischeSchule a) HansKelsen43 DerUmbruchvonderMonarchie zurRepublik fiel in jenes akademische Jahr, dessen Beginn mit der Ernennung von Hans Kelsen zum außerordentlichen Professor (8. Juli 1918), dessen Endemit seiner Ernennung zumordentlichen Professor (19. Juli 1919)markiertwerdenkann.AufdasbedeutendsteMitglied der Wiener Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät in der Zwischen- kriegszeit sei andieserStelle etwasnähereingegangen. Geboren am 11.Oktober 1881 in Prag als Sohn desMetallwarenerzeugers Adolf Kelsen, warHansKelsen seit seinem fünften Lebensjahr inWien aufge- wachsen, und zwar in einer kleinbürgerlichen, aufgeklärten Familie, die nur mehrformalanderjüdischenReligionfesthielt.HansKelsenwardererste,der– am 10. Juni 1905, kurz vor Ablegung seiner Rigorosen – die Taufe empfing,44 sämtlicheGeschwister folgten ihm. ImJuli 1900hatte er –gemeinsammitden späterenWirtschaftswissenschaftern Ludwig v. Mises undHansMayer sowie demspäterenRechtshistorikerAlexanderG‚ l–amAkademischenGymnasium Wien die Reifeprüfung abgelegt45 und nach Ablegung seinerWehrpflicht die Rechtswissenschaften inskribiert. In seiner 1947 verfassten Autobiographie berichtet er, dass ihndie erstenVorlesungenanderUniversität langweilten, er denVorlesungsbesuch–sowieviele seinerKommilitonen–starkeinschränkte und sich auf die »LektuerephilosophischerWerke«konzentrierte.46Positiv er- wähntKelsenallerdings seineBegegnungmit demExtraordinarius LeoStriso- wer,beidemereineVorlesungüberGeschichtederRechtsphilosophiebesuchte und auf die Idee kam, eineMonographieüber »Die Staatslehre desDanteAli- ghieri« zu verfassen, und sie Bernatzik, dessen Seminar er damals besuchte, vorzulegen.DieserpubliziertedieSchrift zuKelsenseigenemErstaunen inden von ihmgemeinsammitPhilippovichherausgegebenen»Wiener staatswissen- schaftlichen Studien«,47was den noch nicht graduierten Studenten darin be- stärkte, eine akademischeKarriere inAngriff zunehmen.Nochwährender an 43 Norbert Leser, Hans Kelsen, in: NÖB 20 (Zürich/Wien/Leipzig 1979) 29–39; Robert Walter,Kelsen,Hans, in:NDB11 (München1977) 479–480;ThomasOlechowski,Kel- sen,Hans, in:ÖBLonline [http://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_K/Kelsen_Hans_1881_ 1973.xml] (1. 3. 2011 /23.12.2013). 44 KelsentratzunächstzumkatholischenGlaubenüber;1912wechselteer– imzeitlichenund wohl auch inhaltlichen Zusammenhangmit seiner Eheschließung – zumAugsburger Be- kenntnis. Vgl. Staudacher, ZwischenEmanzipationundAssimilation 47;Murauer, Le- bensspuren24. 45 Jahresberichtüberdask.k.AkademischeGymnasiuminWienfürdasSchuljahr1900/01,9 f. 46 Kelsen,Autobiographie35. 47 Kelsen,Dante. DiestaatswissenschaftlichenFächer474
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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