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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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einesderwichtigstenElementedieserTheorieausmacht, vonihm.Kelsenhatte sich bis dahin noch kaummit der Frage der Rechtsentstehung auseinander gesetzt;MerkldagegenentwickeltedieTheorie,dassalleRechtsentstehungdas Produkt eines Denkaktes und einesWillensaktes sei: In einem ersten Schritt müssedas rechtssetzendeOrgandenrechtlichenRahmenabstecken, innerhalb dessen es zurRechtssetzungbefugt sei, in einemzweitenSchritt zu einer kon- kretenEntscheidung gelangen, die sich innerhalb des gedachtenRahmens be- finde. So kamMerkl zurÜberzeugung, dass das Recht »stufenweise« erzeugt werde.95EineÜberzeugung,dievonKelsengeteiltwurde;erbezeichneteseinen Schüler und Freund später einmal als ein »Genie rechtswissenschaftlichen Denkens«.96 GeborenwurdeMerklam23.März1890inWien,wuchsjedochinNaßwaldan derRaxalpeauf,woseinVater,einForstakademiker,damalsarbeitete.Diessollte späterprägendseinfürsein–inderdamaligenZeitnochrechtungewöhnliches –publizistischesEintreten fürdenNaturschutz,waserebensorigorosverfocht wie denKampf gegen denAlkohol. Kelsen hat diese Seite des publizistischen WirkensMerkls1960,ausAnlassvondessen70.Geburtstag,gewürdigt,zugleich aber gedrängt, ermöge »darüber nicht vergessen,wozu erdurch seine seltene wissenschaftliche Begabung ureigentlich berufen ist, und […] das große rechtstheoretische Werk vollenden, das seine Freunde von ihm erwarten.«97 DamitspielteervermutlichaufeineumfassendeMonographieüberdieTheorie des rechtlichenStufenbausan,dieMerkl 1931angekündigthatte,98 jedochnie- malspubliziertwurde. Den Umbruch von 1918 erlebte Merkl als Ministerialkonzipient in der staatsrechtlichenAbteilungdesk.k.Ministerratspräsidiums,woersichu.a.mit derDurchführungdesFriedensvonBrest-Litowsk sowiemit denBeziehungen zwischenÖsterreich und Ungarn zu befassen hatte. »AlsÖsterreich in Aus- wirkungdesverlorenenKrieges inseinenationalenBestandteilezerfiel,war ich der erste Beamte des Ministerratspräsidiums, der – ein einzigartiger staats- rechtlicher Tatbestand – durch Dienstbefehl meiner eigenen Dienstbehörde ermächtigtundverpflichtetwurde,micham2.November1918demdesignier- ten Kanzler der neuenDeutsch-Oesterreichischen RegierungDr. Karl Renner zurDienstleistungzurVerfügungzustellen.«99AlseinerderengstenMitarbeiter Renners war er in die staatsrechtlichen Ereignisse der Folgezeit unmittelbar eingebunden und verfasste eine knapp 200-seitige systematische Darstellung, »Die Verfassung der Republik Deutschösterreich«, die im Frühjahr 1919 er- 95 Merkl,Rechtskraft 219. 96 Kelsen,Merkl zuseinemsiebzigstenGeburtstag313. 97 Ebd.315. 98 Merkl, Prolegomena294Anm.1. 99 Merkl,Selbstdarstellung138. AllgemeinesundösterreichischesStaatsrecht 485
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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