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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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erwarteten – Anschluss an das Deutsche Reich zusammen.141 Zu diesen war nunmehrauchKelsenselbstgestoßen,währendBernatzikundLammaschzwar nochaufderTiteleiaufschienen, jedochbereitsmiteinem†zumZeichendafür, dassbeidenochvorAbschlussdeserstenBandes(1919/1920)verstorbenwaren. Abdem2.Band(1920/21)warKelsendannHauptherausgeberundbliebdiesbis 1933. Autorenwaren – neben denHerausgebern (zu denen 1920Max Layer, später auchandereGelehrte, auchausdemAusland, traten) – inderAnfangs- phase vor allem Schüler Kelsens (Merkl, Sander, Pitamic u.v.a.), auch dieser Kreis erweiterte sichallmählichundwurde international. EchteKelsen-Gegner publiziertenkauminderZÖR;eineAusnahmebildetev.a.OthmarSpann,der hier schon1921kritisch»überdasVerhältnis SeinundSollen« schrieb.142Dem widerspricht esnicht, dass auch innerhalbderWiener Schulemitunterheftige KontroversenvermittelstderZÖRausgefochtenwurden–wieinsbesondereder vorhin geschilderte Konflikt zwischen Kelsen und Sander. Quantitativ be- trachtet, befassten sich die Aufsätze vor allemmit Verfassungsrecht undmit Rechtstheorie (jeweils ca. 30%), während Verwaltungsrecht und Völkerrecht eherRandgebieteblieben.1431925übernahmAlfredVerdrossdieSchriftleitung derZÖR,währendKelsen1926gemeinsammit FrantisˇekWeyr (Brünn [Brno/ CZ])undL¦onDuguit(Bordeaux)die»InternationaleZeitschriftfürdieTheorie desRechts« gründete, was zu einer gewissenKonkurrenzsituation führte. Der eigentlicheBrucherfolgtenachdenpolitischenVeränderungen inDeutschland undÖsterreich.Kelsenberichtet: »ImJahre1934wurde ichvonderRedaktion und demVerlag [Springer] gezwungen, dieHerausgeberschaft niederzulegen, mit derBegruendungdass ein Jude alsHerausgeber – einer inOesterreichvor dem Anschluss erscheinenden wissenschaftlichen Zeitschrift! – nicht mehr tragbarsei.«144KelsenverzichtetezunächstnuraufdieHauptherausgeberschaft, denner schien inden folgendendreiBändennoch inder alphabetischenAuf- listungdesmittlerweileauf15PersonenangewachsenenHerausgebergremiums auf, 1938 verschwand seinName ganz vonder Titelei, währendVerdross zum Hauptherausgeberaufrückteunddiesbis zu seinemTod1980blieb.Nachdem Kriegkames zueinerAussöhnungzwischen ihmundseinemeinstigenLehrer Kelsen,145der ab1951auchwieder zumHerausgebergremiumzählteundnoch biskurzvor seinemTod inderZÖRpublizierte. 141 Vgl. dasGeleitwort inZÖR1(1919)XI. 142 Spann, SeinundSollen. 143 Spörg, Zeitschrift fürÖffentlichesRecht153. 144 Kelsen,Autobiographie11 (45). 145 Busch,Verdroß163. DiestaatswissenschaftlichenFächer494
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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