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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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entwerfenversucht«160undauch immerwiederdirektKritikanKelsensLehren geübt.Dennochhat kaumeinProfessor der Fakultät so sehrKelsen gefördert, wieesMenzeltat:Erwares,derdenjungenDoktorandendazuermunterte,sich mitWahlrechtsthemenzubeschäftigenundihmsohalf,sichseineerstenSporen zuverdienen.161Sowohl dasHauptgutachtenbei derHabilitationKelsens 1911 als auch der Besetzungsvorschlag von 1919 stammten ausMenzels Feder; der Initiative Kelsens zur Gründung der ZÖR 1914 hatte sichMenzel alsMither- ausgeberangeschlossenebensowiedemVorschlagBernatziks,Kelsen1918zum Extraordinariuszuernennen,undschließlichistnochdaranzuerinnern,dasses 1923wiederumMenzelwar, der dasGutachten imDisziplinarverfahren gegen Kelsen erstellte (und ihn vollkommen entlastete). Wir dürfen aus alledem schließen, dass das Verhältnis zwischenKelsen undMenzel – sowohl auf der Universität, als auch imVerfassungsgerichtshof, indemMenzel von seinerEr- richtung1919bis zu seinemAusscheiden 1930 alsVizepräsident fungierte162– trotz der Verschiedenheit ihrermethodischen Ansätze ein entspanntes, wenn nicht vielleicht sogar freundschaftliches war (für letzteres gibt es allerdings keine quellenmäßigenHinweise), und diesmag einwesentlicher Faktor dafür sein, dass sichKelsensWiener Schule über lange Jahre gedeihlich entwickeln konnte. LudwigAdamovich sen. schildert unsMenzel als einenMannvon»vorneh- mer, zurückhaltender Art […], der durch die Klarheit und die durchsichtige Systematik seines Vortrages den etwas trockenen Ton seiner Vorlesung voll- kommenvergessenmachte.«163Ab1923Vorsitzender der staatswissenschaftli- chenStaatsprüfungskommission,warMenzel für seineMildebekannt, diemit dafür verantwortlich war, dass er »bei den Studierenden zu den beliebtesten LehrernundPrüfern zählte.«164Auchwenn seinName imGegensatz zu jenem Kelsens heute weitgehend vergessen ist, wäre es falsch anzunehmen, dass der Ältere auch zu Lebzeiten immer im Schatten des Jüngeren stand: Seit 1892 gehörteMenzelderDeutschenGesellschaftderWissenschafteninPragan;1917 wurdeerzumkorrespondierenden,1925zumwirklichenMitgliedderAkademie derWissenschaften inWien gewählt (letzteres eine Auszeichnung, die Kelsen zeit seines Lebens versagt blieb165). 1927 erfolgte dieWahl Menzels zum or- dentlichen Mitglied des Pariser Institut international de droit public; 1937 160 Menzel, StaatsgedankedesFaschismus129. 161 Vgl.dieDanksagungKelsensanMenzel inHKW1,302und337;vgl. fernerWalter,Hans KelsenalsVerfassungsrichter12. 162 Walter,HansKelsenalsVerfassungsrichter7. 163 Adamovich, Selbstdarstellung11 f. 164 Adamovich,Menzel 9. 165 Dieserwurdeerst1947,undnurmitknapperMehrheit,zumkorrespondierendenMitglied imAuslandgewählt. DiestaatswissenschaftlichenFächer500
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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