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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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chen Staaten. Auch in der Volksbildung war Strisower tätig und nahm am Vortragszyklus »ZwischenKrieg undFrieden« desWienerVolksbildungs-Ver- eins teil, wo er zumThema »Der Krieg und die Rechtsidee« sprach. Als wis- senschaftliches Hauptwerk Strisowers ist wohl das während des ErstenWelt- krieges geschriebene, aber erst 1919 erschienene Buch »Der Krieg und die Völkerrechtsordnung« anzusehen,welches auch einige allgemeineÜberlegun- gen Strisowers über dasWesen des Rechts enthielt. Er sah das Recht als eine sittlicheOrdnungan, die zuobjektiverGeltunggelange, indemsie regelmäßig mit so großer Macht auftrete, dass die Menschen auf sie vertrauen können. Insofern bedeutet ein Krieg den schwersten Einbruch in diese Ordnung. StrisowerzufolgewareinKrieg»nurzumSchutzeinesRechtesvonSeitedeszu diesem Schutze berufenen Staates zulässig«.268Dies aber festzustellen, müsse einer »Vermittlungsinstanz« vorbehalten bleiben, wobei Strisower auf den letztenSeitenseinesBuchesauchbereitsdenebengegründetenVölkerbundins Spiel brachte. Neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten verfasste Strisower auch eine Reihe vonGutachten, so etwa 1891 »über denAntrag des 9. österreichischen Advocatentages, ›an allenösterreichischenUniversitätenVorlesungenüber in- ternationalesPrivatrecht regelmäßig abzuhalten‹unddieses ›alsObligatenfach undPrüfungsfacheinzuführen‹«.269 ImFrühling1921 folgteeinGutachtenüber die Souveränität desFürstentumsLiechtensteinunddesFürstenvonLiechten- stein.270StrisowerwarderösterreichischeVertreter indemdreiköpfigen Juris- tenkomitee, das nachArtikel 195 des Staatsvertrages von Saint-Germain über die Rückgabe vonverschiedenen aus Italien stammenden, nunmehr inÖster- reichbefindlichenKunstgegenständenanItalienzuentscheidenhatte,darunter etwa die in Palermo gefertigten Krönungsgewänder des römisch-deutschen Kaisers. »In feinsinnigenPlädoyerswusste [Strisower] die Sache seinesVater- landes vor dem Juristenkomitee der Reparationskommission zu vertreten«, schreibtM¦tall.271 AlsHansKelsen1920zumDekangewähltwurde,»betrachteteeresals seine Pflicht, alles daranzusetzen, dass sein alter LehrerLeoStrisower, der seit 1901, also seit 20 Jahren, noch immerExtraordinariuswar, endlich zumOrdinarius ernannt werde. […] Kelsens Antrag, Strisower für ein wirkliches Ordinariat vorzuschlagen,stieß inderFakultätaufgewisseWiderstände,die freilichnichts mit der wissenschaftlichenQualifikation zu tunhatten«,272 sondernwohl eher 268 Strisower,Krieg128. 269 ProtokolledesNeuntenÖsterreichischenAdvocatentages1–3, 5. 270 LI LAV 003/0337; online: [http://www.e-archiv.li/textDetail.aspx?backurl=auto&etID= 46038&eID=8–abgerufen18.12. 2013]. 271 Métall,Strisower1,derallerdingsvontschechoslowakischenKunstforderungenschreibt. 272 Métall,Kelsen43,derallerdings irrtümlich1921/22alsZeitvonKelsensDekanatangibt. Völkerrecht 525
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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