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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
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damit, dass Strisower nachwie vor an seinemmosaischen Glauben festhielt. Kelsen suchte dieseWiderstände »dadurch zu überwinden […], dass er auch denanderenExtraordinarius fürVölkerrecht, BaronHoldvonFerneck«–den Kelsen inseinerHabilitationsschriftäußerst scharfangegriffenhatte!–»inden Vorschlag aufnahm. Kelsens Doppelvorschlag wurde schließlich von der Fa- kultätangenommenundbeidewurdenbalddaraufernannt.«273Dieserfolgtemit Wirkungvom1.März1922.StrisowerwarzudiesemZeitpunkt schon64Jahre alt–dieErnennungzumOrdinariuskameinerspätenBelohnungseinerArbeit gleich. In den folgenden Jahren publizierte er nur wenige Schriften, darunter einenumfangreichenBeitragüberdieGeschichtedesNeutralitätsgedankensfür dieZÖR, indemerdiebemerkenswerteThese formulierte,dass es fürgrößere Staaten unmöglich sei, sich aus internationalen Konflikten herauszuhalten, kleinere Staaten hingegen dazu angehalten seien, »eine Neutralitätspolitik zu befolgen, weil sie namentlich stets in Gefahr stehen, den interessierten über- mächtigen Großmächten entgegenzutreten.«274Konkrete Forderungen für das kleineÖsterreich,das sich1923 inden»GenferProtokollen«zueinergewissen Neutralitätspolitikverpflichtethatte, folgerte ernicht. 1927 starb Strisowers Gemahlin Therese; im Jahr darauf erfolgte seine Emeritierung,dochbliebLeoStrisowerweiterhinakiv. ImHansKelsen-Institut befindet sichunter denMaterialien zu seiner Person ein Entwurf für einGut- achtenderRechts-undStaatswissenschaftlichenFakultät,dasaufdie6.Session der Haager Konferenz für Internationales Privatrecht (1928) Bezug nimmt, welcheeineinheitlichesKaufrechtschaffenwollte.DiesesGutachtenwurdenach einerBeratungdurcheineFakultätskommission,bestehendausStrisower, Josef Hupka,OskarPisko,AlfredVerdrossundGustavWalkerdemJustizministerium 1929vorgelegt.PosthumwurdeesvonM¦tall inderZeitschriftfürausländisches und internationales Recht veröffentlicht.275 Leo Strisower starb am 6. Jänner 1931auf seinemLandsitz »Friedenswinkel« inKlammamSemmering.276 b) AlexanderHold-Ferneck Alexander (1900–1919: Freiherr)Hold (von) Ferneckwurde 1875 inWien als Sohn des gleichnamigenOffiziers und nachmaligenKommandanten des XIV. Armeekorpsgeboren.Er studierte zunächst anderTheresianischenAkademie, danach an den Universitäten Wien und Innsbruck; 1899 promovierte er in 273 Métall,Kelsen43.ImAntragvom9.7.1921scheinenVoltelini,Kelsen,Menzel,Sperlund Spann als Antragsteller auf.ÖStAAVA,Unterricht Allg., Univ.Wien, Karton 607, Inter- nationalesPrivatrecht,GZ25748-I/1921. 274 Strisower,Neutralitätsgedanke191. 275 Strisower,Das internationalePrivatrechtdesKaufvertrages. 276 Métall, Strisower1. DiestaatswissenschaftlichenFächer526
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Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Titel
Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–1938
Autoren
Thomas Olechowski
Tamara Ehs
Kamila Staudigl-Ciechowicz
Verlag
V&R unipress GmbH
Datum
2014
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-89971-985-7
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
838
Kategorie
Recht und Politik
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